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19.8.1848: "Gold Rush" beginnt
Es ist die Nachricht, die Hunderttausende veranlasst, nach Kalifornien zu ziehen. Am 19. August 1848 berichtet der auflagenstarke New York Herald erstmals über Goldfunde am Sacramento River. Tausende Menschen aus der ganzen Welt ziehen die folgenden Monate in das karge Land im Westen Amerikas, in der Hoffnung, dort reich zu werden.

Doch wohlhabend machte der Goldrausch nur wenige. Und den Entdecker der ersten Nuggests machte er sogar arm.

Acht Monate vor dem Artikel im New York Herald: Es ist ein regnerischer Spätnachmittag. John Sutter arbeitet noch. Er ist ein wohlhabender Mann. Nach seiner Emigration aus der Schweiz hat er ein Fort errichtet und eine Mühle gebaut. Viele Abenteurer rasten bei Sutter oder richten sich in seinem Fort dauerhaft ein. Sutter will gerade seine Arbeit beenden, als sein Zimmermann James Marshall an die Haustür klopft.

"Er war völlig durchnässt", erinnert sich Sutter in Hutchings California Magazine vom November 1857. "Er sagte mir, er habe mir eine wichtige und interessante Neuigkeit mitgebracht, die er mir nur privat erzählen könne. Er bat mich, mit ihm zu einem Ort zu gehen, an dem uns keiner stört."

Sie schließen sich in ein Zimmer ein und Marshall holt aus seiner Tasche zwei kleine, gelb glänzende Steinchen. Er hat sie im Fluss gefunden, als er Sutters Sägemühle reparieren wollte. Sutter betropft die glänzenden Steine mit Salpetersäure und stellt schließlich fest:

Sutter: "Es war das feinste Gold von mindestens 23 Karat."

Am nächsten Morgen reitet Sutter zu seiner Sägemühle. Er bittet alle Arbeiter, den Fund sechs Wochen für sich zu behalten. In der Zwischenzeit will er für die eigene Goldsuche weiteres Land kaufen. Doch seine Arbeiter halten nicht dicht. Schon nach zwei Wochen macht die Nachricht von dem Goldfunden die Runde.

Und am 12. Mai reitet ein Geschäftsmann mit einer Flasche voller Goldstaub durch die Straßen San Franciscos und ruft: "Gold! Gold! Gold vom American River."

Die ersten Menschen aus der Umgebung von San Francisco packt das Goldfieber. Sehr zum Ärger von John Sutter:

"Ebenso schnell wie das Geheimnis die Runde machte, begannen meine Arbeiter, mich zu verlassen. Zuerst nur wenige, aber dann gingen sie alle - vom Verkäufer bis zum Koch, und ich kam in große Not."

Die Lokalzeitung "The Californien" berichtet am 29. Mai: "Das gesamte Land von San Francisco bis nach Los Angeles, von den Küsten bis an den Rand der Sierra Nevada ist erfüllt von dem schmutzigen Ruf nach Gold, Gold, Gold - während die Felder nur halb bepflanzt und die Häuser nur zur Hälfte gebaut sind und alles dar nieder liegt außer die Herstellung von Schaufeln und Spitzhacken."

Kurz darauf stellte das Blatt sein Erscheinen ein. Journalisten, Setzer und Drucker sind selbst auf Goldsuche gegangen.

Bis die ersten Menschen aus anderen Gebieten in der überregionalen Zeitung New York Herald von den Funden lesen, vergehen noch einige Wochen. Sutter ist zwar ein enttäuschter Mann, doch direkt bei seinem Fort entsteht Sacramento - Kaliforniens Hauptstadt. Viele andere Städte verkommen schon um 1850 zu Geisterstätten, weil kein Gold mehr gefunden wird.

Der Zimmermann James Marshall hat seit seinem Fund am Fluss vor Sutters Mühle nie wieder Gold entdeckt. Er starb als armer Mann 37 Jahre später in einem billigen Hotel.

Autor: Ralf Geißler
   
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