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31.1.1884: Theodor Heuss geboren
"Dass ich Schwabe bin, habe ich nie verleugnet. Ich will nicht sagen, dass ich stolz bin, aber ich bin ganz zufrieden damit, " sagte einmal Theodor Heuss, der im schwäbischen Brackenheim am 31. Januar 1884 geboren wird und als Student nach Berlin zieht. In Berlin arbeitet Heuss als Journalist: "Ich bin mit 21 Jahren Redakteur bei Friedrich Naumann an der "Hilfe" geworden, und die erzieherische Kraft von Naumann hat mich sehr geprägt." Der Pfarrer Friedrich Naumann ist ein Liberaler, kämpft für mehr Demokratie und eine sozialere Politik in Deutschland. Er liest Bücher von Karl Marx bis Max Weber, und 1918 gründet er die liberale Deutsche Demokratische Partei (DDP).

In die Politik

Theodor Heuss folgt Friedrich Naumann in die DDP und zieht 1924 in den Reichstag ein. Dort fällt der Schwabe Heuss besonders durch seine Reden auf. 1932 kämpft er vom Pult aus gegen die Nationalsozialisten Göring und Goebbels.

1933 stimmt auch Heuss dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten zu - und verliert schon wenige Monate später sein Reichstagmandat. Theodor Heuss schreibt wieder, für "Die Hilfe" oder auch die "Frankfurter Zeitung". Propagandaminister Goebbels ist ihm immer auf den Fersen, er verbietet den Zeitungen, Texte von Heuss zu drucken. Doch dieser arbeitet weiter unter einem Pseudonym.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wechselt Heuss zurück in die Politik. Er führt die Liberale Fraktion im Parlamentarischen Rat und wird erster FDP-Vorsitzender: "Wir stehen heute in der Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und freier Auffassung des Wirtschaftslebens. Wir sind nicht naiv genug, etwas zu glauben, dass mit dem Schlagwort der Freiheit allein die wirtschaftlichen Nöte genommen werden".

Bundespräsident

Theodor Heuss gehört zu den Vätern des Grundgesetzes und somit zu den Urhebern der Bundesrepublik. Bald wird er der erste Mann im Staat. Als Bundespräsident unternimmt der 65-jährige Heuss umfangreiche Reisen durch das In- und Ausland. Ein unermüdlicher Redner, 1953 eröffnet er die Deutsche Welle: "Für die Hörer will dies Wort das Wort der Heimat sein, diese Stimme, die Stimme des Vater- und des Mutterlandes."

Die Westdeutschen mögen ihren Präsidenten - und er wird bekannt und muss damit leben auch erkannt zu werden. Seine Frau Elly Heuss erinnerte sich: "Es ist manchmal komisch, wenn man in eine alte Kirche kommt, am Samstagnachmittag und meint, man könnte sich die in Ruhe ansehen. Dann erkennt einen irgendjemand, und dann wird der Herr Pfarrer geholt, manchmal sogar aus dem Beichtstuhl heraus. Und dann führt er uns und dass ist furchtbar nett. Und die können dann immer gar nicht mehr aufhören."

Anerkennung

Zehn Jahre lang ist Theodor Heuss Bundespräsident. Es gelingt ihm, Vorurteile im Ausland gegenüber dem neuen deutschen Staat abzubauen. Die Anerkennung für seine Arbeit ist so groß, dass Politiker Heuss für eine dritte Amtszeit gewinnen wollen. Dafür müsste aber das Grundgesetz geändert werden. Das lehnt Theodor Heuss ab. Er setzt sich in Stuttgart zur Ruhe und stirbt dort wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag. Theodor Heuss prägte das Amt des Bundespräsidenten und er prägte die neue Bundesrepublik.



Autor: Gábor Halász
   
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