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14.9.1982: Gracia Patricia tödlich verunglückt
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Die ganze Welt trauerte mit dem kleinen Fürstentum Monaco, als es seine schöne Fürstin zu Grabe trug. Gracia Patricia, Gattin des Fürsten Rainier, dem Staatsoberhaupt der Monegassen, war bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Bittere Ironie des Schicksals, denn kurz nach ihrer Trauung 1956 hatte sie gesagt: "I just don't like driving in any automobile." - "Ich hasse Autofahren."

Die Departementalstraße Nr. 37 wurde ihr zum Verhängnis. Die Straße führt in engen Windungen direkt an der Steilküste entlang, auf ihr kommt man vom fürstlichen Sommersitz La Turbie nach Monaco. Gracia Patricia war mit ihrer damals 17-jährigen Tochter Stephanie unterwegs zum Grimaldi-Palast. In einer Haarnadelkurve brach der Wagen aus, durchbrach die Leitplanke und stürzte 40 Meter in die Tiefe.

Auf dem Grundstück, auf den der Wagen krachte, arbeitete ein Gärtner. Er konnte das brennende Wrack löschen und Prinzessin Stephanie befreien. Die Fürstin konnte erst wesentlich später von Rettungskräften geborgen werden. Zunächst wurde abgewiegelt: Die Fürstin sei zwar ohne Bewusstsein, es ginge ihr aber den Umständen entsprechend gut. Die Prinzessin sei bereits auf dem Wege der Besserung.

Gerüchte

Mit der Nachricht vom Tod der Fürstin explodierten die Gerüchte: Die minderjährige Stephanie hätte am Steuer gesessen und die Kontrolle über den Wagen verloren. Die Mafia hätte den Wagen manipuliert. Es wurde sogar behauptet, die Fürstin sei betrunken gefahren. Die offizielle Erklärung zum Unfallhergang wurde erst lange nach dem Tod von Gracia Patricia veröffentlicht. Es hieß, die Fürstin hätte am Steuer einen Schlaganfall erlitten und dadurch die Gewalt über den Wagen verloren.

"Ich wünsche mir, dass man mich als eine Frau im Gedächtnis behält, die stets bemüht war, ihre Aufgabe getreulich zu erfüllen; die verständnisvoll war und gütig", sagte Fürstin Gracia Patricia von Monaco in ihrem letzten Interview. Ihre Aufgabe zu erfüllen verstand die blonde Schönheit schon in ihrem Leben vor der Fürstenwürde, unter ihrem Mädchennamen Grace Kelly eroberte sie die Kinoleinwand.

Ihre graziöse, kühle Eleganz wurde zum Schönheitsideal der 1950er-Jahre. Die meisten ihrer Filmpartner, darunter James Stewart, Cary Grant und Alec Guinness, waren ihr nicht nur auf der Leinwand verfallen. Wie das Leinwandidol Grace Kelly privat lebte, blieb unbekannt, ihr Ruf jedoch makellos. Dem Ideal der Zeit entsprechend, steuerte sie in jedem Film früher oder später brav den Ehehafen an.

Strahlender Glanz

Für Grace Kelly wurde das Leinwandmärchen Wirklichkeit. Der Herrscher eines europäischen Fürstentums, kleiner als die MGM-Studios und ihr völlig unbekannt, hielt im Jahr 1956 um die Hand der damals 27-Jährigen an. Fürst Rainer brauchte dringend eine Attraktion für seinen verschuldeten Zwergstaat. Ein Filmstar an seiner Seite schien genau das Richtige.

Verhandlungen mit Marilyn Monroe und Rita Hayworth waren bereits gescheitert, die Damen zogen Hollywood einem Felsen an der Riviera vor. Außerdem war Rainier alles andere als reich. Grace Kelly schreckte das nicht. Erstens hatte sie beim Film schon ein Vermögen verdient und zweitens war ihr Vater ein US-amerikanischer Multimillionär. Ihre Mitgift konnte sich also sehen lassen.

Grace Kelly sagte einmal in einem Interview: "Zu heiraten ist ein großer Schritt im Leben eines jeden Mädchens. Es ist sehr, sehr aufregend, und ich bin überglücklich. Ein wenig traurig macht es mich, dass ich mein Zuhause verlassen muss. Aber ich hoffe, oft zurückzukehren." Sie kam nur noch selten nach Hause, dafür kam die Welt zu ihr. Mit der strahlenden Fürstin als Mittelpunkt wurde Monaco zum Magneten für den internationalen Jet-Set, und der Glanz, den Grace Kelly als Gracia Patricia in ihr Land brachte, verblasste auch nach ihrem Tod nicht.


Autorin: Catrin Möderler
   
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