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2.10.1958: Elvis Presley in Deutschland
"...Das kann nicht jeder. Wie Vico Torriani kann jeder singen. Aber wie Elvis..." - "Aber es gibt doch unter den jungen Leuten viele, viele gute Sänger. Wieso kommen die bei Euch nicht in dem Maße an?" - "Weil er so toll aussieht und wie er’s singt... da ist irgendwie was Besonderes dran...irgendwie so...der steht nicht so rum" - "Wie alt bist Du?" - "Ich bin 11." - "Und Du?" - "11." - "Und Du?" - "13." - "Der Rhythmus und so" - "Der steht nicht so steif vorm Mikrophon..."

Junge deutsche Anhänger von Elvis Presley bei dessen Ankunft in Bremerhaven an Bord eines amerikanischen Truppentransporters. Die Nachricht, dass der amerikanische Superstar des "Rock ’n Roll" seinen Militärdienst in Deutschland ableisten muss, hat die Fans in den USA enttäuscht, die in Deutschland aber in Verzücken versetzt.

Am 2. Oktober 1958 trifft der "King", wie Elvis von seinen Anhängern genannt wird, im hessischen Städtchen Friedberg ein, wo er als einfacher "GI" bei der 3. Panzerdivision in den "Ray Barracks" antritt. Ein "einfacher GI"? Der ehemalige Kasernen-Friseur Presleys, Stein, ist davon überzeugt: "Elvis Presley war ein sehr zuvorkommender und ein netter Kunde, der ohne große Ansprüche sich bedienen ließ und so habe ich ihn auch die weiteren 17 Monate empfunden. Denn er war ohne Starallüren. Er hat sich benommen wie wir."

Ganz so ohne Starallüren natürlich nicht. Denn der "King" bezog nicht etwa Quartier in einem Mannschaftsraum der Kaserne, sondern mietete sich im fünf Kilometer entfernten Kurort Bad Nauheim ein. Zunächst im Hotel, dann in einer Villa. Dort lebte er mit Leibwächtern, Vater und vor allem der Großmutter, deren Kochkunst er offenbar dem Kasernenessen vorzog. Und obwohl sein Haus ständig von Anhängern, besonders von jungen Mädchen umlagert war, kam Elvis oft sogar mittags mit dem Sportwagen von der Kaserne nach Hause.

Friseur Stein: "Er war einfach auf das Essen seiner Großmutter so eingefahren, dass er das nicht missen wollte. Deshalb war er des öfteren hier zu Hause in Bad Nauheim, um seine Mittagstischzeit einzunehmen. Elvis hatte mitunter seine speziellen Essgewohnheiten und die bekam er hat nicht in der Kaserne, die bekam er nur bei seiner Großmutter".

Kontakte zur deutschen Bevölkerung gab es während der Militärzeit des Rock-Sängers kaum, obwohl einige Photos in einer Elvis-Ausstellung in Bad Nauheim belegen, dass er – wie auch andere GIs – deutsche "Frauleins" kennen und schätzen gelernt hatte.

Davon aber sprach Elvis nicht, als er sich – ein einziges Mal – im amerikanischen Militärsender AFN interviewen ließ. Zum Ende seiner Dienstzeit in Deutschland malte er da seine Zukunftspläne: Showauftritte, neue Platten und ein Film, der "GI Blues". Die Erfahrung in der Armee sollte zu Geld gemacht werden.

Die Armee war zufrieden mit Elvis, denn er versöhnte eine sonst eher aufsässige Jugend mit dem Militär. Und auch Elvis meinte zufrieden, die Armee habe ihm auch einiges gegeben. Dies sei eine gute Erfahrung gewesen, er habe viele Freunde gefunden und er bereue nichts.

Den Deutschen versprach er, er werde als Zivilist zurückkommen, aber dazu kam es nie. Besonders in Friedberg und Bad Nauheim bedauert man das. Man hat dem "King" Denkmäler gesetzt, Straßen und Plätze nach ihm benannt und man tröstet sich damit, damit, dass er wenigstens musikalisch etwas aus "Good Old Germany" mitgenommen und weltberühmt gemacht hat.

Autor: Peter Philipp
   
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