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8.2.1994: Ungarn in Partnerschaft für den Frieden
Mit seiner Aufnahme in das NATO-Programm "Partnerschaft für den Frieden" befand sich Ungarn nach zwei verlorenen Weltkriegen und nach Einschätzung der überwältigenden Mehrheit seiner Bürger endlich auf der richtigen Seite. Den längsten Krieg des 20. Jahrhunderts, den "Kalten Krieg", hatte Ungarn als Verbündeter der Sowjets mitmachen müssen, aber es fühlte sich an dessen Ende nicht als Verlierer.

Géza Jeszenszky, damals Außenminister bei der Unterzeichnung des Vertrages sagte später dazu: "Ungarn stand, zusammen mit anderen - ich würde vor allem Polen hervorheben - auf der Seite der Sieger in diesem Krieg. Wir haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Westen den Kalten Krieg gewinnen konnte, ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Ungarn und Mitteleuropa hatten einen großen Anteil daran, dass der Weltkommunismus gescheitert ist - denken wir an die Revolution von 1956, an die polnischen Aufstände, an Solidarnosc und an den 17. Juni."

Dialog

Die NATO hatte nach der Implosion der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes nicht lange gezögert, mit den früheren Ostblockstaaten einen Dialog zu beginnen. Dabei ging es der NATO um mehr als eine neue Form der Informationsbeschaffung.

Dazu Géza Jeszenszky: "Die Partnerschaft für den Frieden stieß in einigen befreundeten Ländern auf kaum verhohlene Enttäuschung, weil sie keine Mitgliedschaft mit sich brachte. Ungarn hat ein freundliches Gesicht gemacht, denn ich war überzeugt, dass dieses Programm nur einen ersten Schritt darstellt, der zu einer engen Zusammenarbeit führen wird. Wir waren der Ansicht, dass gemeinsame Manöver eine gute militärische Vorbereitung für die Aufnahme in das Bündnis sein würden. Zu Beginn der 1990er-Jahre wäre Ungarns Armee für die Aufnahme in die NATO nicht reif gewesen, weder was die Bewaffnung, noch was die Sprachkenntnisse oder den Geist des Offizierscorps angeht."

Die Armee und der erste Krieg

Ungarn hatte seine Armee tiefgreifend umstrukturiert. Die Zahl der Soldaten wurde von 141.000 auf 49.000, die Zahl der Generäle von 144 auf 53 verringert. Die Schwerpunkte der Programme im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden wurden zusammen mit den neuen Partnern entwickelt.

Polen, Tschechien und Ungarn sind seit der NATO-Osterweiterung 1999 Vollmitglieder des Bündnisses. Kaum waren sie es geworden, begann der erste Krieg, an dem sich die NATO beteiligte: Der Luftkrieg gegen das damalige Jugoslawien. Ungarn, das mit keinem NATO-Staat eine gemeinsame Grenze hat, wohl aber mit dem Kriegsschauplatz Jugoslawien, überließ seinen Militärflugplatz Taszár den US-Amerikanern.



Autor: Istvan Romhanyi
   
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