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23.1.1903: Panamakanal vorgeschlagen
Der engste Streifen Amerikas: Das ist Panama. An der sumpfigen und schwer zugänglichen Landenge entzündete sich ein Traum, der Traum von einer Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik, einem Kanal.

Inzwischen schleichen jedes Jahr 13.000 Schiffe durch den Panamakanal. Bananen aus Ekuador, Öl aus Venezuela, Autos aus Japan. Waren aus aller Welt fahren quer durch Panama. 82 Kilometer und drei Schleusen - dann erreichen die Kolosse je nach Fahrtrichtung den Atlantik oder den Pazifik. Vor dem Bau des Kanals dauerte die Fahrt von einem Ozean in den anderen noch zwei Monate.

Der Traum vom Kanal

Als 1914 das erste Schiff durch den neuen Kanal fuhr, ging ein Jahrhunderte alter Traum in Erfüllung. Im 16. Jahrhundert wanderte der spanische Eroberer Vasco Nunez de Balboa von der Atlantikküste zum Pazifik. Kluge Köpfe wie Johann Wolfgang von Goethe oder Alexander von Humboldt grübelten, wie sie die beiden Ozeane verbinden könnten. Sie entschlossen sich gegen einen Kanal - die Gegend sei dafür viel zu wild und bergig.

Der Traum von dem Kanal aber blieb: Im 19. Jahrhundert prüften die französischen Väter des Suez-Kanals den Bau einer solchen Wasserstraße in Panama und 1881 begannen sie tatsächlich mit den Bauarbeiten. Doch der Ruhm der Architekten des Suez-Kanals zerfloss unter der tropischen Hitze. In neun Jahren starben über 20.000 Arbeiter an Malaria oder Gelbfieber. Die Kanalbaugesellschaft hatte kein Geld mehr in der Kasse und gab auf.

1903 sah die aufstrebende Weltmacht USA ihre Chance gekommen. Im Weißen Haus spukte schon lange die Idee eines Kanals durch Mittelamerika umher. Zu dieser Zeit sollte ein US-amerikanisches Kriegsschiff von der Westküste in die Karibik fahren. Eine lange, zeitaufreibende Reise um die Spitze Südamerikas begann. Präsident Roosevelt verhandelte und legte am 23. Januar 1903 dem Senat einen Vertragsentwurf für den Kanal vor.

Der Bau des Kanals

In der nächsten Zeit überschlugen sich die Ereignisse. Panama erklärte sich unabhängig von Kolumbien. Die USA erkannte den neuen Staat an und zwei Wochen später unterzeichnete der frisch gekürte panamaische Botschafter den Kanalvertrag. Darin sicherte sich die USA einen kilometer-breiten Landstreifen quer durch Panama. Die Amerikaner kauften von den Franzosen die Bauruinen und Maschinen und die Arbeiten am Kanal gingen weiter.

Zeitweise schaufelten 50.000 Arbeiter in Panama, wieder starben sehr viele von ihnen. Die gefährlichen Jobs mussten ausschließlich schwarze Arbeiter übernehmen. 200 Mio. Kubikmeter Erde wurden bewegt. Elf Jahre später fuhr das erste Schiff durch den neuen Kanal. Noch immer staunen viele Seeleute über den damals so modernen Kanal, auch die großen Schiffe von heute können die Wasserstraße benutzen.

Die politische Geschichte des Kanals

Doch nun begann die politische Geschichte des Kanals. Die US-Amerikaner blieben in Panama und bauten am Kanal einen militärischen Stützpunkt. Viele der Kanalarbeiter wohnten inzwischen wieder in Armenvierteln, immer wieder gab es Unruhen.

Erst 1977 kam die Wende. US-Präsident Carter unterschrieb mit seinem panamaischen Kollegen einen Vertrag. Am 31. Dezember 1999 sollte der Kanal an Panama übergeben werden. Doch in der Zwischenzeit bauten die US-Amerikaner ihren Stützpunkt in Panama mehr und mehr aus. Sie sahen eine Gefahr in der panamaischen Militärdiktatur von Präsident Manuel Noriega. Dann, im Dezember 1989 griffen US-Amerikanische Truppen in Panama ein, um General Manuel Antonio Noriega zu stürzen und festzunehmen. Die Vereinigten Staaten begründeten ihr Eingreifen in Panama auch mit dem Schutz des Kanals. 1990 stellte sich Noriega und zwei jahre später wurde er in Miami verurteilt.

Seit dem 31. Dezember 1999 sind die Panamesen ihr eigener Herr an ihrem Kanal, die Verwaltung obliegt der panamaischen Kanalbehörde "Autoridad del Canal de Panamá (ACP).


Autor: Gábor Halász
   
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