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11.12.1946: UNICEF gegründet
Kinder brauchen eine Lobby, denn sie sind gefährdet. Für Reinhard Schlagintweit, ehemaliger Vorsitzender von UNICEF Deutschland gab es da nichts zu beschönigen: "250 Mio. Kinder arbeiten. Mädchen werden von vorneherein diskriminiert, bei denen wird nach wie vor in vielen Ländern der Erde der Schulbesuch nicht für notwendig erachtet, weil sie später auch nicht für die Eltern sorgen. Ein ganz wichtiger Grund sind Kriege, die die Kinder aus ihrer Heimat vertreiben und damit auch vom Schulbesuch abschneiden. Und leider ist ein zunehmender Grund, warum Kinder nicht in die Schule gehen, HIV/AIDS, u. a. weil in vielen Ländern Afrikas die Lehrer einfach gestorben sind."

Angesichts der Not der Kinder in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde 1946 das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen ist UNICEF dem Wirtschafts- und Sozialrat der UNO unterstellt.

Auftrag: Die Belange von Kindern

Der Auftrag von UNICEF ist es, sich für die Belange der Kinder einzusetzen. Seit Beginn der 1990er-Jahre ist die Konvention über die Rechte des Kindes die Grundlage der Arbeit der Organisation. Die Kinderrechtskonvention war am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen worden und trat zwei Jahre später in Kraft.

Mit Ausnahme von zwei Staaten, Somalia und den USA, haben heute alle Länder der Welt die Kinderrechtskonvention ratifiziert. In 54 Artikeln wurden nicht nur die Rechte der Kinder definiert, sondern auch die Pflichten und Verantwortungen der Staaten und der Gesellschaft zur Durchsetzung dieser Rechte. Kinderrechte sind Menschenrechte. Seit 1990 sind weltweit über zwei Mio. Kinder in Kriegen ums Leben gekommen. Die Hälfte der weltweit rund 40 Mio. Flüchtlinge sind Kinder oder Jugendliche.
Nach Schätzungen von UNICEF und der Internationalen Arbeitsorganisation werden weltweit 250 Mio. Kinder zwischen fünf und 14 Jahren als Arbeitskräfte missbraucht. Die Hälfte muss rund um die Uhr arbeiten, einige zehn Mio. bei gefährlichen Tätigkeiten wie in Feuerwerksfabriken oder Steinbrüchen.

Die Versorgung aller Menschen mit Trinkwasser und Sanitäranlagen würde nicht mehr kosten als das, was Europäer jährlich für Eiscreme ausgeben. Über eine Milliarde Menschen hat nach wie vor keinen Wasseranschluss in ihren Wohnungen, rund 2,4 Milliarden müssen ohne ausreichende Sanitäranlagen zurecht kommen. Rund 2,2 Mio. der jährlich vier Milliarden Durchfallerkrankungen führen zum Tode, zumeist bei Kindern unter fünf Jahren.

In 150 Ländern mit rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet UNICEF die Kinder mit Programmen in die Zukunft - Programme für Gesundheit, Ernährung, Trinkwasser, Schulbildung und für den Schutz der Kinderrechte. In den Kriegs- und Krisenregionen dieser Welt hilft UNICEF mit Nothilfeprogrammen.

Sir Peter Ustinov, bis zu seinem Tod 2004 UNICEF Botschafter, war Bildung der Schlüssel zur Überwindung der Armut: "Ich bin sehr zufrieden, dass UNICEF so wach ist für die Bildung. Denn das ist was, was scheußlich ist in diesem Leben: eine Verschwendung von natürlichen Instinkten. Man sieht hochintelligente Menschen in diesen Ländern, die nicht schreiben, kaum sprechen können, aber man sieht und versteht die Intelligenz, die noch nicht benutzt ist und die nie benutzt werden wird."

Spenden, Spenden, Spenden …

Diese weltweite Arbeit für die Kinder kann UNICEF nur leisten, weil tausende Spender diese Arbeit finanziell und ideell unterstützen. UNICEF erhält keine Pflichtbeiträge von Regierungen; UNICEF finanziert seine Programme ausschließlich durch freiwillige Beiträge. Die Regierungsbeiträge werden jedes Jahr neu verhandelt.

Im Herbst 2007 war der eigenständige deutsche Zweig des UN-Kinderhilfswerks in die Schlagzeilen geraten, weil der Geschäftsstelle in Köln die Verschwendung von Spenden durch überhöhte Honorare an externe Spendenwerber und ein laxes Finanzgebaren vorgeworfen wurden. Die damalige UNICEF-Vorsitzende Heide Simonis trat im Februar 2007 im Streit mit Geschäftsführer Garlichs zurück, der wenig später ebenfalls sein Amt aufgab.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hatte dem Kinderhilfswerk daraufhin im Februar das Spendensiegel entzogen, das Gütezeichen für einen sorgsamen Umgang mit Spenden ist. Wegen der Spendenkrise wandten sich rund 37.000 der 200.000 Fördermitglieder von UNICEF ab. Die Spenden, die 2006 rund 97 Millionen Euro ausmachten, brachen um 20 Prozent ein.


Autorin: Mirjam Gehrke
   
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