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28.5.1961: Amnesty International gegründet
"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 unterzeichnet wurde. Aber Papier ist geduldig.

"Angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen in Staaten wie Ruanda, angesichts der Probleme in Bosnien und im früheren Jugoslawien, fällt es schwer, optimistisch zu sein im Bezug auf eine Verbesserung der Menschenrechtssituation," sagt John Ptackeberry, Sprecher des Generalsekretariates von Amnesty International in London. Seit 1961 laufen dort alle Fäden des weltweiten Engagements der Menschenrechtsorganisation zusammen.

Artikel 5 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung: "Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden."

Jahresbericht von Amnesty International, zur Lage der Menschenrechte in Algerien im Jahr 1999: "Während des Berichtjahrs sind mehrere tausend Zivilpersonen getötet worden. Einige von ihnen wurden von Angehörigen der Sicherheitskräfte oder von Milizen (...) extralegal hingerichtet, andere vorsätzlich und willkürlich von bewaffneten Oppositionsgruppen getötet. (...) Zahlreiche Personen fielen nach ihrer Festnahme durch die Sicherheitskräfte dem 'Verschwindenlassen' zum Opfer."

"They dance alone" - sie tanzen allein, dieses Lied hat der britische Rocksänger Sting Ende der 1980er Jahre den Witwen, Müttern, Töchtern und Schwestern von Verhafteten-Verschwundenen unter der chilenischen Militärdiktatur gewidmet. Dass gegen den ehemaligen Diktator Augusto Pinochet bislang kein Verfahren eröffnet wurde, empfindet John Ptackeberry zwar als Rückschlag für die Arbeit von Amnesty, aber er misst dem Fall Pinochet eine übergeordnete Bedeutung zu:

John Ptackeberry: "Menschen, die Verbrechen gegen die Menschheit begangen haben, werden sich nicht länger verstecken können. Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo sich Menschenrechtsverbrecher verbergen können."

1998 haben die Vereinten Nationen die Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofes beschlossen. Als ein Meilenstein in der Stärkung der Menschenrechte bezeichnet Amnesty International diese Entscheidung, die auch unter dem Einfluss der Menschenrechtsorganisation zustande kam.

John Ptackeberry über die Arbeitsweise von Amnesty: "Briefe schreiben und das Urgent-Action Netzwerk sind nur zwei unserer Mechanismen. Wir betreiben Lobby-Arbeit in internationalen Organisationen, wir machen Druck auf Regierungen, wir arbeiten auf vielen Ebenen, und ich kann den Hörern versichern, dass wir Erfolg haben, sowohl in Einzelfällen, als auch in einer veränderten weltweiten Wahrnehmung der Bedeutung von Menschenrechten."

Amnesty International setzt sich für die Freilassung all jener Personen ein, die auf Grund ihrer Religion, ihrer politischen Überzeugung, ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe oder ihrer ethnischen Herkunft inhaftiert sind. Ein ganz entscheidendes Kriterium ist für Amnesty, dass es sich um gewaltfreie politische Gefangene handelt, d.h. die Gewalt weder angewendet noch befürwortet haben.

Jahresbericht 1999 von Amnesty International, Stichwort Indien: "Folterungen und Misshandlungen blieben weit verbreitet und hatten den Tod Hunderter Menschen zur Folge. In vielen Gefängnissen grenzen die Haftbedingungen an grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung."

Indien ist eines von 142 Ländern dieser Erde, in denen Amnesty gravierende Menschenrechtsverbrechen dokumentiert, von A wie Afghanistan bis Z wie Zypern.

Artikel 3 der allgemeinen Menschenrechtserklärung: "Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person."

1961 gründete der britische Anwalt Peter Benenson die Organisation Appeal for Amnesty, die sich ein Jahr später in Amnesty International umbenannte. Was ist seit der Gründung erreicht worden?

Ptackerberry: "Wir haben die allgemeine Auffassung von der Universalität der Menschenrechte positiv beeinflussen können, das Verständnis dafür, dass diese Rechte überall auf der Welt verteidigt werden müssen."

Autorin: Miriam Gehrke
   
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