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31.1.1943: Kapitulation in Stalingrad
Aus dem Führerhauptquartier wurde am 3. Februar 1943 gemeldet: "Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt, der Kampf um Stalingrad ist zu Ende. Ihrem Fahneneid getreu ist die 6. Armee unter der vorbildlichen Führung des Generalfeldmarschalls Paulus der Übermacht des Feindes und der Ungunst der Verhältnisse erlegen."

Das war das Ende. Angefangen hatte es nicht etwa mit dem berüchtigten "Unternehmen Barbarossa", dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Angefangen hatte alles bereits mit dem Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) von 1920, und Hitlers "Mein Kampf" von 1924, in denen neben dem "Weltjudentum" auch der "Weltbolschewismus" als "Hauptfeind" apostrophiert wurde.

Vom Nicht-Angriffspakt zum Angriff

Zwar schließt Hitler im August 1939 einen Nicht-Angriffs-Pakt mit dem bisherigen Hauptfeind, der Sowjetunion. Doch schon im Sommer 1940 entwickelt er vor den Spitzen der Wehrmacht seinen Angriffsplan gegen die Sowjetunion.

Wenige Monate später verkündet das Radio: "Aus dem Führerhauptquartier gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: Zur Abwehr der drohenden Gefahr aus dem Osten ist die deutsche Wehrmacht am 22. Juni, 3 Uhr früh, mitten in den gewaltigen Aufmarsch der feindlichen Kräfte hinein gestoßen. Die Geschwader der deutschen Luftwaffe stürzten sich noch in der Dämmerung auf den sowjet-russischen Feind."

Verluste, Rückzug, Verluste

Bis zu diesem Zeitpunkt war Südosteuropa im Wesentlichen erobert worden, wodurch sich der Angriff auf die Sowjetunion entscheidend verzögerte - wie sich später herausstellen sollte. Zunächst gab es jedoch beachtliche Anfangserfolge mit großen Geländegewinnen in den ersten Wochen und Monaten.

Dann blieb allerdings der Angriff der "Heeresgruppe Mitte" vor Moskau zunächst im Schlamm stecken. Für den darauf folgenden extrem kalten Winter waren die deutschen Soldaten völlig unzulänglich ausgerüstet. In den Kämpfen mit bestausgerüsteten sowjetischen Elitesoldaten mussten sie fürchterliche Verluste hinnehmen und zum ersten Mal den Rückzug antreten.

Im Sommer 1942 gelang es zwar den deutschen Verbänden noch einmal, bis nach Stalingrad, dem Rüstungs- und Verkehrszentrum an der Wolga, und zu den Höhen des Kaukasus mit seinen Ölfeldern bei Baku vorzudringen. Die Kaukasus-Offensive lief sich jedoch fest, und in erbitterten Häuser- und Straßenkämpfe in Stalingrad erlitten deutsche und verbündete rumänische Truppen erneut blutigste Verluste.

Sinnloses Blutvergießen

Da halfen auch die Appelle schneidiger, aber besonnener junger Offiziere aus dem "Nationalkomitee Freies Deutschland" nichts: "Deutsche Soldaten und Offiziere. Hier spricht Leutnant Heinrich Graf von Einsiedel vom Jagdgeschwader Udet, ein Urenkel des Eisernen Kanzlers, des Fürsten Bismarck Kameraden der Luftwaffe und des Landheeres: Im Raum von Stalingrad, wo jetzt viele deutsche Divisionen eingekesselt sind, bin ich Ende August dieses Jahres durch Abschuss meines Flugzeuges in Gefangenschaft geraten. Ich kenne das Kampfgebiet von Stalingrad von zahlreichen Feindflügen. Es ist klar, dass die jetzt dort eingekesselten Truppen infolge der russischen Offensive in eine aussichtslose Lage geraten sind. Ich sage meinen Stalingrader Kameraden und allen, die jetzt an anderen Abschnitten der Ostfront in die gleiche Lage kommen: Mein Urgroßvater Bismarck hat recht gehabt, wenn er stets betonte, Deutschland solle nie einen Krieg mit Russland beginnen. Einen solchen Riesenstaat kann Hitler nie besiegen. Vermeidet sinnloses Blutvergießen."

Am 31. Januar und 2. am Februar 1943 ergaben sich die Reste der deutschen Armee im Kessel von Stalingrad.



Autor: Dr. Otto Busch
   
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