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14.1.1957: Humphrey Bogart gestorben
Trenchcoat, Zigarette im Mundwinkel, mürrisch, zynisch, ein Einzelkämpfer gegen den Rest der Welt. Die Rede ist natürlich von Humphrey Bogart. Wir kennen ihn, er gehört gewissermaßen zu unserer Grundausstattung an Heroen, jene Figuren der Fiktion, die für uns leiden, lieben, leben. Und Humphrey Bogart hat uns an seinem Leben teilhaben lassen, er hat sich selbst gespielt. Er war ein Individualist, im Leben und in seinen Filmen, er erschien unnahbar, in einer Mischung aus Härte und Verwundbarkeit.

Die Rolle des Gangsters

Der Sohn aus gutem Hause, der Vater war ein anerkannter New Yorker Chirurg, begann seine Karriere 1920 als Bühnenschauspieler am Broadway. Zehn Jahre später hatte er seinen ersten Auftritt in einem Kurzfilm, und 1936 schließlich legte er den Grundstein zu seinem Weltruhm, mit der Rolle als Gangster in dem Streifen "The Petrified Forest" - "Der Versteinerte Wald". Von da an war klar: Humphrey Bogart war der Filmgangster und Musterschurke schlechthin.

Die 1940er-Jahre wurden zu Humphrey Bogarts Jahrzehnt. Damals spielte er seine berühmtesten Rollen, und er erweiterte sein Repertoire an Eigenschaften um eine bis dahin ihm kaum zugetraute Facette: Humphrey Bogart wurde zum attraktiven Filmliebhaber, zu sehen als Rick in "Casablanca", als Philippe Marlowe in "The Big Sleep", und als Sam Spade in "Der Malterser Falke".

Bewegtes Privatleben

Der schmächtige Bogie fragt sein Spiegelbild in dem Film "Ein einsamer Ort": "Wie kann jemand ein Gesicht wie dieses mögen?" Vier Mal hat er geheiratet, die vierte Ehe mit Schauspielerkollegin und Filmpartnerin Lauren Bacall war sicher die glücklichste, aus ihr gingen zwei Kinder hervor: Stephen und Leslie.

Nach der ersten Oscar-Nominierung für "Casablanca", 1943, erhielt Bogart die begehrte Filmtrophäe 1951 für die Rolle des trinkfreudigen Riverboat-Kapitäns Charlie Allnut. Es war die einzige Statue, die seine Filmkarriere auszeichnete.

Bogart als politischer Mensch

Was ist geblieben von Humphrey Bogart? Unter anderem die Erinnerung an den politischen Humphrey Bogart, der öffentlich gegen den antikommunistischen Ausschuss der McCarthy Zeit protestierte und sich im konservativen Hollywood als liberaler Demokrat zeigte. Geblieben ist aber vor allem das Bild des ironischen, schweigsamen Beobachters einer Welt, in der der Gangster oft humanere Züge hat als die Vertreter von Recht und Ordnung, die ihn jagen.


Autorin: Mirjam Gehrke
   
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