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13.1.1902: Erste Volkshochschule in Deutschland
In Deutschland gibt es Schulen mit nahezu unüberschaubarer Zielrichtung und in unterschiedlichsten Formen: Grundschulen, Hauptschulen, Berufsschulen, Realschulen, Gymnasien, Fachhochschulen, Universitäten, Akademien, Sprachschulen, Ingenieurschulen, eigene Schulen großer Unternehmen ...

Zu diesem recht breit gefächerten Bildungsangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gehört auch die Einrichtung, er "Volkshochschule", und die in Deutschland ein flächendeckendes Angebot unterbreitet.

Vielfältige Möglichkeiten

Es ist durchaus möglich, einen Hauptschulabschluss an einer Volkshochschule nachzuholen, oder beispielsweise einen Philosophie-Kurs zu belegen, der höchsten Ansprüchen gerecht wird. Der Anspruch der Volkshochschulen ist, dass ihr Angebot für alle zugänglich ist. Das fängt damit an, dass der Preis für die Kurse für alle Bevölkerungsschichten erschwinglich sein soll.

Trotz aller Bemühungen: Anspruch und Wirklichkeit klaffen leider auch bei den Volkshochschulen auseinander. Die meisten Kurs-Teilnehmer kommen aus dem bürgerlichen Bildungsmilieu, die anderen werden kaum erreicht.

Für alle Volkshochschulen gilt das Konzept der sogenannten "Teilnehmer-Orientierung". Das bedeutet, die Arbeitsweise auf die Teilnehmer abzustimmen. Im Formalen kann das die Ablehnung der Vortragsform bedeuten; im Inhaltlichen die Absprache über den Inhalt der Veranstaltung.

Bedürfnisse der Teilnehmer im Blick

Eine weitaus größere Rolle spielt die Teilnehmer-Orientierung jedoch in der sogenannten "Zielgruppen-Arbeit", die sich nach den Rahmen- und Lebensbedingungen der Teilnehmer richtet. Laut Konzept der Volkshochschulen kommt es z.B. in einem Alphabetisierungs-Kurs
weniger darauf an, den Menschen das Lesen und Schreiben beizubringen, als vielmehr die Lebenssituation zu besprechen. Solche Anforderungen können dann durchaus dazu führen, dass im sogenannten "Team-teaching" unterrichtet wird, also zum Beispiel Sozialpädagogen zu einer Veranstaltung dazu stoßen.

Demokratie stärken

Entstanden ist die Idee der Erwachsenenbildung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als es darum ging, das demokratische Potenzial in der Bevölkerung zu stärken und schließlich zu politischer Emanzipation zu kommen. Gegen die zunächst noch feudal strukturierte Staats- und Gesellschaftsordnung gelang es schließlich, das, was man heute "Erwachsenenbildung" nennt, zu etablieren und ihr eine Form zu geben, nämlich die der "Volkshochschulen", deren erste am 13. Januar 1902 im Roten Rathaus in Berlin gegründet wurde.


Autor: Dr. Otto Busch
   
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