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4.2.1983: Barbie ausgeliefert
Seine Opfer erkannten ihn an den flackernden, hellen Augen - ein Blick, den viele nicht vergessen konnten. Klaus Barbie, der Schlächter von Lyon, wie er von seinen Opfern genannt wurde, befehligte zwischen 1942 und 1944 die Lyoner Gestapo.

Über 14.000 Juden und Widerstandkämpfer wurden auf seinen Befehl hin in die Vernichtungslager der SS deportiert, gefoltert oder ermordet, darunter auch der von General de Gaulle eingesetzte Führer der Résistance, Jean Moulin. Auf Barbies Konto ging auch der Überfall eines Heimes für jüdische Kinder. Sie starben später in den Gaskammern der Konzentrationslager von Auschwitz. In drei Prozessen (1947, 1952 und 1954) wurde Klaus Barbie für seine Verbrechen von französischen Gerichten in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Seine Karriere begonnen hatte er im Alter von 21 Jahren: 1935 wurde Klaus Barbie Mitglied des Sicherheitsdienstes (SD), dem Elitekorps der SS. Innerhalb der SS-Hierarchie stieg er rasch zum SS-Obersturmführer auf. Im November 1942 wurde er nach Lyon versetzt, wo er die Kommandantur der Sicherheitspolizei und des SD übernahm.

Erneute Karriere

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fiel er in die Hände der US-Amerikaner, die ihn kurzzeitig internierten, um ihn dann als Informanten einzustellen. Während des Kalten Krieges erschien es dem US-Geheimdienst opportun, Barbies Kenntnisse über kommunistische Aktivitäten in Frankreich, Rumänien und der damaligen sowjetischen Besatzungszone zu nutzen.

Seine US-amerikanischen Auftraggeber schützten Barbie auch dann noch, als er 1951 nach Südamerika floh - zunächst nach Bolivien wo er sich unter dem Namen Klaus Altmann eine neue Existenz aufbaute. Hier bekam er Kontakt zu verschiedenen Folterregimen und Militärdiktaturen.

Aufgespürt und ausgeliefert

1952 baute er die gefürchtete Politische Polizei Boliviens mit auf und wurde Eigentümer einer von ihm gegründeten Schifffahrtslinie mit Filiale in Hamburg. Barbie betätigte sich als Waffenhändler und als Berater im Anti-Guerilla-Kampf. Er war nicht nur der Handlanger, sondern nach Allem was Überlebende aus Lyon und Südamerika über ihn berichteten, auch Sadist und lustvoller Folterer. In Bolivien schließlich wurde Barbie-Altmann von Beate und Serge Klarsfeld aufgestöbert.

Beate Klarsfeld sagte darüber: "1971 sind wir auf den Fall Barbie gestoßen, weil in München ein Staatsanwalt den Prozess gegen Barbie eingestellt hatte, weil es keinen subjektiven Beweis gab, dass Barbie das Schicksal jüdischer Kinder, aus Lyon nach Auschwitz deportiert, kennen musste (...). Es ist ein Foto von Barbie von einem Deutschen gesehen worden, der in Lima lebte, der die deutsche Zeitung sah und der von meinem Kampf gegen Barbie, für die Wiedereröffnung des Verfahrens gehört hatte und mich kontaktierte und mir sagte: 'Ich kann Ihnen sagen, ich glaube, ich habe diesen Barbie, diesen Altmann, wieder erkannt. Er lebt in Lima'. Ich habe dann alle Auskünfte zusammengetragen, um ihn zu identifizieren und gab diese Beweise der französischen Regierung - mit der Hoffnung, dass es zu einem Auslieferungsantrag kommen würde, was nicht geschah und daraufhin bin ich selbst nach Lima gereist. Aber Barbie, sobald er von meiner Ankunft hörte, floh nach Bolivien. Ich folgte ihm dorthin und hatte die Möglichkeit mit meinen Dokumenten die Öffentlichkeit, die Regierung und die Presse davon zu überzeugen, dass Altmann Barbie ist."

Am 4. Februar 1983 wurde Barbie von Bolivien nach Frankreich ausgewiesen - ermöglicht von einer neuen, demokratisch gewählten Regierung. Barbie saß in französischer Untersuchungshaft, bis ihm 1987 der Prozess gemacht wurde. Doch Barbie boykottierte das Verfahren. Den Gerichtssaal betrat er nur, wenn Zeugen ihn identifizieren mussten. "Ich habe nichts zusagen", ließ Barbie das Gericht wissen. Schließlich wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt - wegen Verbrechen gegen die Menschheit. 1991 starb der "Schlächter von Lyon" im Gefängniskrankenhaus in Lyon an Krebs.

Autor: Michael Marek
   
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