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22.11.1963: Kennedy ermordet
"Hier ist eine Eilmeldung aus Dallas, Texas: Drei Schüsse wurden heute im Zentrum von Dallas, Texas, auf den Konvoi von Präsident Kennedy abgeschossen".

Bis zur endgültigen Todesnachricht verharrten die Völker ganzer Erdteile in lähmender Spannung – über die dramatischen Ereignisse in Dallas, Texas, an jenem sonnigen Freitagmittag, dem 22. November 1963.

"Eine sehr gefährliche und ungewisse Welt"

Dabei hatte man sich in Dallas auf einen ganz normalen Tag eingestellt. Mit dem einzigen Unterschied: Hoher Besuch ist in der Stadt angesagt. Tausende von Bürgerinnen und Bürgern säumen die Straßen, um einen Blick auf John F. Kennedy zu werfen, den 35. Präsidenten der USA, wenn dieser im offenen Wagen in Begleitung seiner Frau Jacqueline und des Gouverneurs Conally durch die Stadt rollen würde.

Kennedy - der Mann, der den Sowjets in Kuba getrotzt hatte, der sich für die Freiheit Berlins einsetzte und das Atom-Teststopp-Abkommen herbeiführte - ist in Texas aus innenpolitischen Gründen, und dazu gehören öffentliche Ansprachen. Wie er sie am Morgen noch in Fort Worth gehalten hatte: "Dies ist eine sehr gefährliche und ungewisse Welt. In den letzten drei Jahren haben die USA dreimal direkte Konfrontationen erlebt. Und niemand kann sagen, wann das wieder passieren wird ..."

Worte, die auf die weltpolitische Lage gemünzt sind, sollen sehr bald sehr persönliche Bedeutung bekommen. Der Konvoi des Präsidenten nähert sich der "Dealy Plaza". Es ist 12.30 Central Standard Time. Kinder winken mit Fähnchen, Schaulustige drängen sich vor. Da fallen mehrere Schüsse. Ein Radioreporter ist zu weit vom Ort des Geschehens, aber er weiß, dass hier etwas nicht stimmt, dass etwas auf schreckliche Weise nicht stimmt: "We can't see who's been hit. If anybody has been hit. But apparently something is wrong here. Something is terribly wrong" - "Wir können nicht sehen, wer getroffen ist. Wenn jemand getroffen ist. Aber offenbar ist hier etwas nicht in Ordnung, ganz furchtbar nicht in Ordnung"

Die Schüsse von Dallas

Mehrere Schüsse haben den Präsidenten in den Kopf und den Gouverneur in die Schulter getroffen. Beide werden ins nahe Parkland Memorial Hospital gebracht und schlimme Minuten beginnen. Dallas, wenige Minuten später die Nation und bald darauf die ganze Welt bangen um Kennedy, der in den zwei Jahren seiner Präsidentschaft für viele zur Symbolfigur einer jungen und liberalen Politik und einer neuen Ära geworden ist.

Warum ist gerade er Opfer eines Attentats? Diese Frage stellt man sich überall. Und findet keine Antwort. Deswegen will man auch nicht glauben, dass dahinter der Einzeltäter steckt, der bald der Öffentlichkeit präsentiert wird: Lee Harvey Oswald, 24 Jahre alt und aus Dallas, hat eine bewegte Vergangenheit, hat unter anderem in der Sowjetunion gelebt und scheint deswegen der ideale Typ des Attentäters. Oswald wird zwei Tage später von Jack Ruby, einem Barbesitzer mit Unterweltbeziehungen erschossen und die Spekulationen sind nicht mehr aufzuhalten. Trotz einer offiziellen und zahlloser privater Untersuchungen sollen die Hintergründe nie restlos aufgeklärt werden.

Der Tod Kennedys

Die Ärzte ringen um das Leben Kennedys. Vergebens, wie der Sprecher des Weißen Hauses um 13 Uhr bekannt gibt: "The President died approximately 25 minutes after the attack took place" - "Der Präsident starb etwa 25 Minuten nachdem der Überfall stattgefunden hat"

Eine Schockwelle geht um die Welt - In Deutschland ist es Abend: Rundfunk- und Fernsehsendungen haben nur noch ein Thema, Theateraufführungen werden abgebrochen und am Abend verabschiedet sich in Berlin der Regierende Bürgermeister Willy Brandt von John F. Kennedy: "Eine Flamme ist erloschen. Erloschen für alle Menschen, die auf einen gerechten Frieden hoffen und auf ein besseres Leben. Die Welt ist an diesem Abend sehr viel ärmer geworden".


Autor: Peter Philipp
   
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