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22.5.1859: Arthur Conan Doyle geboren
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Doyle, Sohn eines Beamten studiert in Edinburgh Medizin. Anschließend lässt er sich als Arzt nieder, kann davon aber nicht leben. In seiner Freizeit liest er begeistert die Kriminalromane von Edgar Allen Poe und Emile Gaboriau. Inspiriert durch deren Geschichten beginnt Doyle selbst zu schreiben. Besonders ein Professor aus Studienzeiten ist ihm dabei eine Inspiration, wie er selbst einmal erzählte: "Als ich dies schrieb, war ich ein junger Arzt und durch eine sehr (…) kritische und medizinische Schule gegangen. Dabei geriet ich besonders unter den Einfluss von Dr. Bell aus Edinburgh, der eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe besaß. Er hatte die Fähigkeit, wenn er einen Patienten ansah, nicht nur dessen Krankheit zu erkennen, sondern auch dessen Beruf und seinen Wohnort."

Eine Studie in Scharlachrot

Sein erster Roman findet anfangs nur wenig Zuspruch. Schließlich verkauft er 1886 seinen Erstling "Eine Studie in Scharlachrot" (Sir Arthur Conan Doyle, Eine Studie in Scharlachrot, neu übersetzt von Gisbert Haefs Copyright (c) 2005 by Kein & Aber AG Zürich) für lausige 25 Pfund an einen Verlag. Die Geschichte um einen exzentrischen Detektiv und seinen Assistenten erscheint ein knappes Jahr später in einem Magazin. Der Erfolg ist immens.

Vor allem die Figur von Sherlock Holmes begeistert die Leserschaft. Sein Freund Watson beschreibt ihn zu Beginn des Romans "Eine Studie in Scharlachrot": "Schon seine äußere Erscheinung war auffallend. Er war über sechs Fuß groß und sehr hager; sein scharfkantig vorstehendes Kinn drückte Festigkeit des Charakters aus, der Blick seiner Augen war lebhaft und durchdringend (...) und eine Habichtsnase gab seinem Gesicht etwas Entschlossenes."

Schicksalsschlucht

Doyle beginnt weitere Fälle zu schreiben. Mit anhaltendem Erfolg. Nur drei Jahre nach Erscheinen des ersten Romans kann er von der Schriftstellerei leben. Doch Doyle hat bald genug von seinem populären Helden Sherlock Holmes.

Bereits drei Jahre nach dem literarischen Durchbruch wird Conan Doyle die Berühmtheit seiner Romanfigur zuviel. Er lässt Sherlock Holmes im Kampf gegen seinen größten Widersacher Professor James Moriarty sterben. Heiko Postma, Holmes-Experte dazu: "Er hat also den Sherlock Holmes für über sieben Jahre ganz aus dem Verkehr gezogen, mit diesem angeblichen Zweikampf in der Reichenbach-Schlucht in der Schweiz. Da war Conan Doyle mal im Urlaub gewesen und hatte diese Schlucht gesehen und da hatte er plötzlich eine Idee wie man Sherlock Holmes sterben lassen könnte. In seinem Tagebuch hat Doyle vermerkt: Es war mir klar dass ich in diesem Moment auch mein Bankkonto in der Reichenbach-Schlucht versenkt habe."

Arthur Conan Doyle wendet sich anderen Projekten zu. Er schreibt, recht erfolglos, mehrere historische und mystische Romane. 1896 kämpft er im Burenkrieg und erhält dafür 1902 den Adelstitel. Nach seiner Rückkehr gibt der Autor dem öffentlichen Druck nach und erweckt Holmes wieder zum Leben.

Die vergessene Welt

1906 erschafft Conan Doyle eine weitere Figur, die Anfang des 20. Jahrhunderts ähnliche Berühmtheit erlangt: Professor Challenger aus "Die vergessene Welt". Diese Geschichte gilt als einer der ersten englischsprachigen Science-Fiction-Romane im Stil von Jules Verne. Sie ist aber gleichzeitig Ausdruck von Doyles tiefem spiritistischem Glauben. Eine Freundschaft zu dem Illusionisten Harry Houdini zerbricht später sogar an der öffentlichen Kontroverse beider Männer zum Thema Spiritismus. Doyle glaubt fest an Übersinnliches: "Die Leute fragen, was einem der Spiritismus gibt. Einerseits nimmt es einem die Angst vor dem Tod, andererseits hilft es über den Tod geliebter Menschen hinweg."

1927, drei Jahre vor Doyles Tod, erscheint mit "The Casebook of Sherlock Holmes" der letzte Sammelband mit Geschichten des berühmten Detektivs. 1930 stirbt Sir Arthur Conan Doyle im Alter von 71 Jahren.



   
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