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8.5.1945: Deutschland kapituliert
"Wir Endesunterzeichneten, die wir im Namen des deutschen Oberkommandos handeln, erklären die bedingungslose Kapitulation aller unserer Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie aller übrigen Streitkräfte, die zur Zeit unter deutschem Befehl stehen vor dem Oberkommando der Roten Armee und gleichzeitig vor dem Oberkommando der alliierten Expeditionsstreitkräfte. Unterzeichnet am 8. Mai 1945 in Berlin. Im Namen des deutschen Oberkommandos: Keitel, Friedeburg, Stumpf (...)", was der Sprecher des Reichsrundfunks am frühen Morgen des 9. Mai 1945 in dürren Worten bekannt gab, war das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa.

Alle Überlebenden empfanden Erleichterung. Aber was die Mehrheit - auch der Deutschen - als Befreiung empfand, war für andere Schande und Schmach, ja sogar die deutsche Katastrophe schlechthin.

Die Katastrophe nahm ihren Lauf

Doch hatte die Katastrophe nicht schon am 30. Januar 1933 mit der Machtübernahme durch Adolf Hitler begonnen? War sie nach den außenpolitischen Erfolgen Hitlers bis zum Herbst des Jahres 1938 überhaupt noch zu stoppen? Die Blitzsiege über Polen, Frankreich und Norwegen hatten die Deutschen geblendet - vor allen Dingen die nationalsozialistische Führung selbst.

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 fiel in diesen Siegestaumel: "Aus dem Führerhauptquartier gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: Zur Abwehr der drohenden Gefahr aus dem Osten ist die deutsche Wehrmacht am 22. Juni, drei Uhr früh, mitten in den gewaltigen Aufmarsch der feindlichen Kräfte hineingestoßen. Die Geschwader der deutschen Luftwaffe stürzten sich noch in der Dämmerung des Morgens auf den sowjetrussischen Feind."

Stalingrad, Nordafrika und die Alliierten in der Normandie

Auch das Unternehmen Barbarossa, so der Tarnname des deutschen Überfalls, schien nach gewaltigen Anfangserfolgen auf einen militärischen Triumph hinzudeuten. Am 3. Oktober 1942 zur Eröffnung des Winterhilfswerkes, verhöhnte Hitler die Reaktionen der ausländischen Presse auf die deutschen Siege, er sagte: "Wenn wir 1000 Kilometer vorstoßen, dann ist das eben nicht ein ausgesprochener Misserfolg (...), wenn wir z.B. in den letzten paar Monaten - es sind nur ein paar Monate, in denen man in diesem Land überhaupt mit Vernunft Krieg führen kann - zum Don vorstoßen und Donabwärts endlich die Wolga erreichen, Stalingrad berennen und es auch nehmen werden - worauf Sie sich verlassen können (...)."

Zum ersten Mal hatte Hitler in der Öffentlichkeit jenen Ort erwähnt, der ihm vier Monate später zum Verhängnis werden sollte. Hatten vorher sogar viele Generäle noch an einen militärischen Sieg geglaubt, so blieben nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad nur noch wenige verblendete Optimisten übrig, die von einem siegreichen Ausgang des Krieges für Hitler-Deutschland überzeugt waren. Die Niederlage der deutschen Truppen in Nordafrika noch im selben Jahr und die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 besiegelten das militärische Schicksal der deutschen Armeen.

55 Mio. Tote

Einen Tag nach der bedingungslosen Kapitulation wurde im Reichssender Flensburg - in Flensburg residierte Großadmiral Dönitz, der bis zum 23. Mai noch amtierender Reichskanzler war - der letzte Wehrmachtsbericht angekündigt, der den heldenhaften Kampf der letzten deutschen Truppenverbände an der Weichselmündung lobte,

Was alle Wehrmachtsberichte verschwiegen hatten, wurde nach dem 8. Mai 1945 allmählich klar. Neben den ungeheuren materiellen Schäden und den Zerstörungen unwiederbringlicher Kunstwerke hatte dieser große Krieg nicht weniger als 55 Mio.. Menschenleben gefordert.



Autor: Norbert Ahrens
   
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