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11.1.1895: Laurens Hammond geboren
Der Klang der Hammond-Orgel - noch immer der Traum vieler Keyboardspieler in der populären Musik. Keith Emerson von der Gruppe "The Nice" verglich ihren individuellen und voluminösen Sound einmal mit dem eines Konzertflügels.

Entwickelt wurde das elektromechanische Instrument von dem US-Amerikaner Laurens Hammond, der am 11. Januar 1895 in Evanston im US-Bundesstaat Illinois geboren wurde.

Laurens Hammond zeigte schon als 14-Jähriger seinen Erfindungsreichtum; als er eine automatische Antriebswelle für Autos entwickelte. Nach einem Ingenieur-Studium arbeitete Hammond zunächst als Chef-Ingenieur bei den Gray Motorenwerken in Detroit. Als er 1920 eine von einer lautlosen Feder betriebene Uhr erfand, machte er damit genug Geld, um sich in New York niederzulassen. Dort entwickelte er einen Synchronmotor, den er später bei der Herstellung elektrischer Uhren und seiner Orgel benutzte.

Vielfältige Erfindungen

Die Liste anderer Erfindungen von Laurens Hammond ist lang. Sie reicht von der Brille für 3-D-Filme über einen automatischen Bridge-Karten-Mischtisch, von dem er 1932 14.000 Stück verkaufte. Während des Zweiten Weltkriegs war Laurens Hammond an der Entwicklung von Lenksystemen für Raketen beteiligt.

Seine erste Firma, in der hauptsächlich Uhren hergestellt wurden, gründete der US-Amerikaner 1932. Nach Ausweitung des Produktprogramms wurde daraus fünf Jahre später die Hammond Instrument Company und 1953 schließlich die Hammond Organ Company.

Die Hammond-Orgel war jahrzehntelang neben dem Klavier das beliebteste Tasteninstrument der Rockmusik, findet sich jedoch auch im Jazz. Zu den herausragenden Organisten gehören neben Keith Emerson unter anderem Booker T. Jones, Brian Auger, Jimmy Smith und Barbara Dennerlein.

Brodelnder Sound

Das 1934 der Öffentlichkeit erstmals vorgestellte Musikinstrument bietet auf Grund seiner einzigartigen Konstruktion die Möglichkeit, einen lebendigen, geradezu "brodelnden" Orgelsound zu schaffen.

Als Anfang der 1970er-Jahre der Synthesizer seinen Siegeszug antrat, wurde die Produktion der Hammond-Orgel eingestellt. Ein Comeback des Instruments Ende der 1980er-Jahre veranlasste die mittlerweile zum japanischen Suzuki-Konzern gehörende Firma Hammond 1991, eine elektronische Orgel als Nachfolgerin der legendären B 3-Hammond zu entwickeln.

Laurens Hammond zog sich als 65-Jähriger aus dem Berufsleben zurück. Er war ein reicher Mann mit einem Schloss in Frankreich, Villen in Uruguay und Antigua sowie einem Penthouse in New York. Als er 1973 im Alter von 78 Jahren starb, hielt Hammond insgesamt 90 Patente.

Immer noch angesagt

Untrennbar ist der Name des US-Amerikaners jedoch vor allem mit seiner Orgel verbunden. Original-Hammond-Orgeln der früheren Jahre sind gesucht und teuer - und auch heute noch in Studios und auf Bühnen zu sehen. Nach wie vor steht "Hammond" bei Musikliebhabern stellvertretend für das Wort "Orgel".


Autor: Michael Kleff
   
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