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29.7.1960: "Apollo-Programm" verkündet
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Funksignale waren 1957 auf der ganzen Welt zu empfangen: Sie kamen vom ersten künstlichen Erdtrabanten, dem sowjetischen Satelliten "Sputnik". Jedoch, nirgendwo klangen diese Töne schriller als in den USA, kündeten sie doch davon, dass die Nation, die sich ihrer haushohen technologischen Überlegenheit so sicher war, beim Wettlauf ins All nur noch die Nummer Zwei war. Dass die US-Amerikaner dabei von den Sowjets überholt worden waren, machte diese Niederlage besonders bitter. Es sollten drei Jahre vergehen, bis die USA darauf eine Antwort gaben.

Diese Antwort wurde am 29. Juli 1960 in Washington gegeben. In der US-amerikanischen Hauptstadt war an diesem Tag die erste sogenannte "NASA-Industry-Program-Plans-Conference" zu Ende gegangen. Auf dieser Konferenz hatte die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA ihr Apollo-Programm vorgestellt. Ein Zehnjahres-Plan, mit dessen Hilfe die UDA die Führung beim "Wettlauf ins All" übernehmen sollte.

Unterstützung von höchster Stelle

Die Bezeichnung "Apollo-Programm" für Nordamerikas ehrgeiziges Projekt, die Nummer Eins im Weltall zu werden, hatte der NASA-Administrator T. Keith Glennan durchgesetzt. Doch ein griffiger Name allein reichte nicht, das ehrgeizige Projekt zu verwirklichen. Vor allem brauchte die NASA Geld, viel Geld. Sehr viel mehr Geld, als die ohnehin üppig bedachte Behörde aufbringen konnte.

US-Präsident John F. Kennedy, schnell überzeugt und begeistert von der Aussicht, die USA zur Raumfahrtnation Nummer Eins zu machen, unterstützte das "Apollo-Programm" vorbehaltlos. In einer berühmt gewordenen Rede vor dem Kongress sagte er am 25. Juli 1961: "Nun ist es an der Zeit, größere Anstrengungen zu unternehmen. Es ist die Zeit für eine neue, amerikanische Unternehmung. Es ist Zeit, dass diese Nation die Führung in der Weltraumforschung übernimmt."

Ein großes Ziel vor Augen

Eigentlich hatte die NASA die erste Mondlandung noch für einen späteren Zeitpunkt, weit nach 1970, vorgesehen. Doch den Präsidenten kümmerte das wenig. Er wusste, dass der Kongress wie auch die Öffentlichkeit am ehesten überzeugt werden konnten, wenn ihnen ein großes und beeindruckendes Ziel vor Augen stand. Eigenmächtig änderte er die Zeitplanung der NASA und forderte, schon vor 1970 eine Mondlandung zu unternehmen: "Ich glaube, dass diese Nation sich verpflichten muss, innerhalb dieser Dekade einen Mann auf den Mond und sicher wieder zurück zu bringen."

Schließlich appellierte Kennedy an den patriotischen Ehrgeiz der Delegierten: "Kein anderes Raumfahrtprojekt in dieser Zeit wird den Menschen eindrucksvoller erscheinen oder wichtiger sein für die Erforschung des Weltalls. Und kein anderes ist so schwierig und aufwändig zu verwirklichen."

Der Kongress stimmte zu, die Gelder wurden bewilligt. In einer einzigartigen Kraftanstrengung wurde die nationale Aufgabe angegangen und vollendet.

"Ein gewaltiger Sprung für die Menschheit"

Dabei begann das Programm mit einem Fehlschlag: Bei einem Testflug von Apollo 1 fing die Kapsel Feuer, und die drei Astronauten an Bord verloren ihr Leben. Doch dann folgte Erfolg auf Erfolg: Apollo 7 gelang 1968 ein elftägiger Testflug, Apollo 8 brachte die erste Mondumrundung durch einen US-amerikanischen Astronauten. Im Frühjahr 1969 erfolgten die Missionen Apollo 9 und 10, mit denen die Mondlandefähre erprobt wurde.

Seinen Höhepunkt erreichte das "Apollo-Programm" im Juli 1969. Apollo 11 setzte die Mondfähre Eagle auf dem Erdtrabanten ab, und mit Neil Armstrong betrat ein Mensch den Mond. Mit der Meldung "The Eagle has landed" löste die NASA jenes Versprechen ein, das Präsident Kennedy dem US-amerikanischen Volk neun Jahre zuvor gegeben hatte, im selben Jahrzehnt noch einen US-Amerikaner auf dem Mond zu landen und heil wieder zurück zu bringen.

Die Verkündung des "Apollo-Programms" der NASA am 29. Juli 1960 war der erste von vielen Schritten, die in ihrer Summe einen großen Sprung für die Menschheit bedeuteten.


Autor: Dirk-Ulrich Kaufmann
   
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