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12.4.1945: Franklin D. Roosevelt gestorben
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Der Tod des US-Präsidenten kam nicht unerwartet. Franklin Delano Roosevelt war spätestens seit seiner vierten Wiederwahl 1944 ein kranker Mann mit Bluthochdruck und schweren Herzproblemen. Dennoch, der Tod am 12. April 1945 war ein Schock für die USA. Das Land befand sich in den Endkämpfen an der europäischen Weltkriegsfront und verlor mit Roosevelt einen Präsidenten, der, einmalig in der Geschichte der Vereinigten Staaten, seit zwölf Jahren im Amt war.

Innenpolitik

Im November 1932 gewann Franklin Delano Roosevelt seine erste Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gegen Amtsinhaber Hoover. Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise. Rund 14 Mio. US-Amerikaner waren arbeitslos, fast zwei Mio. von ihnen waren als Wanderarbeiter, als "Drifters" unterwegs, mehrere Hunderttausende wohnten in absoluter Armut. Roosevelt handelte schnell. Schon im Wahlkampf hatte er von einem "New Deal" gesprochen. Die Karten wurden neu verteilt.

Maßnahmen wie den Arbeitsbeschaffungsprogrammen oder der Home Owners Loan Corporation, die günstige Kredite vergab oder der Tennessee Valley Authority, die Staudämme und Wassersysteme aufbaute. Die Social Security, die die USA bis heute als Sozialhilfe haben, wurde damals ins Leben gerufen. Kein Wunder, dass der Erfolg beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sich 1936 in einem überwältigenden Wahlsieg niederschlug.

Außenpoltik

Doch der Fokus verlagerte sich nun. Zunehmend wurde die Politik von den Ereignissen in Europa bestimmt. In Deutschland und Italien regierten Diktatoren, deren Friedenswille nicht gerade ausgeprägt war. Roosevelt sagte damals: "Es scheint leider wahr zu sein, dass die Epidemie der Gesetzlosigkeit in der Welt sich ausbreitet. Aber seien wir uns bewusst: Wenn sich eine Krankheit an einem Körper auszubreiten droht, ist sich die Gemeinschaft einig und stellt den Kranken unter Quarantäne, um die Krankheit einzudämmen."

Doch alle Warnungen nutzten nichts. Hitler überfiel Polen, Frankreich und drohte ganz Europa unter seine braune Herrschaft zu bekommen. Noch zögerten die US-Amerikaner. Aber erst der 7. Dezember 1941 brachte die Entscheidung. Japanische Flugzeuge bombardierten den US-Marine Hafen Pearl Harbor auf Hawaii. Zwei Tage später, am 9. Dezember 1941 sagte Roosevelt: "Der plötzliche, kriminelle Angriff der Japaner im Pazifik ist der Höhepunkt eines Jahrzehnts internationaler Unmoral. Mächtige und vermögende Gangster haben sich zusammen getan und wollen Krieg gegen die ganze Menschheit führen. Sie fordern die Vereinigten Staaten von Amerika heraus, und der Congress und das Volk der Vereinigten Staaten nehmen diese Herausforderung an. Zusammen mit anderen freien Völkern kämpfen wir jetzt um unser Recht auf Leben."

Am 11. Dezember 1941 erklärt Roosevelt auch Deutschland und Italien den Krieg. Er führt die USA in diesen Krieg, durch die Verhandlungen über die Zukunft danach, auf den Konferenzen von Teheran und Jalta, aber das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt er nicht mehr.

Beliebt und auch umstritten

Historisch ist Franklin Delano Roosevelt umstritten. Dennoch erfreute sich seine Politik über lange Zeit nach seinem Tod großer Beliebtheit, und selbst Bill Clinton berief sich bei seinen Plänen für eine Gesundheitsreform auf ihn. Die vier Amtszeiten wird Roosevelt jedoch niemals mehr ein Präsident nachmachen können. Seit seinem Tod ist der Amtsabtritt nach längstens acht Jahren gesetzlich festgeschrieben.


Autor: Jens Teschke
   
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