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4.4.1949: "Nordatlantikvertrag" unterzeichnet
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Der "Nordatlantikvertrag", eine Wertegemeinschaft westlicher Demokratien zum Schutz vor der Sowjetunion, wie es offiziell hieß. US-Präsident Harry S Truman sagte damals auf der Gründungszeremonie in Washington: "Exzellenzen, liebe Mitbürger! Ich schätze mich glücklich, zu diesem historischen Anlass die Außenminister der Länder zu begrüßen, die zusammen mit den Vereinigten Staaten die nordatlantische Staatengemeinschaft bilden. Dieses Treffen ist der erste Schritt zur Umsetzung eines internationalen Abkommens mit dem Frieden und Wohlstand für diese Staatengemeinschaft gesichert werden sollen. Es ist angemessen, dass Nationen mit einem so tiefen Bewusstsein für ihre gemeinsamen Interessen sich zusammenschließen, um mit Entschlossenheit ihre gegenwärtige friedliche Situation zu bewahren und in der Zukunft zu schützen."

Gegenseitige Hilfe

Der NATO-Vertrag sieht vor, dass sich die Verbündeten im Falle eines bewaffneten Angriffs gegenseitige Hilfe leisten. Seither gilt der Angriff auf ein Mitgliedsland als einer auf alle anderen. Ihrem Selbstverständnis nach will die NATO kollektiv handeln, um so die Re-Nationalisierung der militärischen Verteidigung zu verhindern. Darüber hinaus wollen die Mitgliedsstaaten Gegensätze in der Wirtschaftspolitik beseitigen und ihre kulturelle Zusammenarbeit fördern. Das schließt mittlerweile sogenannte "peace support" oder "peace keeping" Operationen mit ein. "Krisenbewältigung" heißt das auf Neudeutsch.

Flexible response

Das war nicht immer so: Auf den Zweiten Weltkrieg folgte rasch der Kalte Krieg, der Europa teilte und den gefährlichen Antagonismus zweier Militärblöcke förderte. Beide Seiten fühlten sich von der Gegenseite in ihrer Sicherheit bedroht: Die westlichen Staaten der NATO durch das expansive Vorgehen der damaligen Sowjetunion in Mittel- und Osteuropa; die damalige UdSSR und ab 1955 die Länder des Warschauer Paktes durch die US-amerikanische Politik der geostrategischen Eindämmung.

Ende der 1960er-Jahre wurde die Drohung der "massiven atomaren Vergeltung" auf einen Angriff des Warschauer Paktes ersetzt durch die Strategie der "flexible response", der abgestuften Antwort zunächst mit konventionellen und dann erst mit atomaren Waffen. Dieser Strategiewechsel führte zu Problemen unter den NATO-Mitgliedsländern. Vor allem die Europäer hegten den Verdacht, die USA versuchten einen eventuellen Krieg der NATO mit der Sowjetunion auf Europa zu begrenzen, um ihr eigenes Territorium zu verschonen.

Ein Militärbündnis im Wandel

Doch mit dem Ende des Ost-West-Konflikts, dem Fall der Mauer und dem Zerfall des Warschauer Paktes 1991 ging ihr Feindbild verloren und war gezwungen sich neu zu erfiden und nach neuen Aufgaben zu suchen. Ein Militärbündnis im Wandel, vor allem was jene Krisen und Konflikte betrifft, die - wie im Kosovo - unterhalb der Schwelle kollektiver Verteidigung liegen.



Autor: Michael Marek
   
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