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14.3.1879: Einstein geboren
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Albert Einstein sitzt in seinem Sommerhaus und grübelt. Er soll gemeinsam mit dem Psychoanalytiker Sigmund Freud das Thema Krieg erörtern. Die Debatte findet im Juli 1932 über einen Briefwechsel statt und wird veröffentlicht, erzählt Erika Britzke vom Einstein-Haus in Caputh bei Potsdam: "Interessant ist ein Satz aus Einsteins Briefen. Da schreibt Einstein: "Gibt es einen Weg die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?" Diese Frage, das war wirklich die Frage, die ihn ein Leben lang beschäftigt hat."

Am 14. März 1879 wird Albert Einstein in Ulm geboren. Der Sohn jüdischer Eltern geht in München zur Schule, studiert in Zürich. Im April 1914 holt Max Planck den inzwischen anerkannten Physiker nach Berlin. Drei Monate später bricht der Erste Weltkrieg aus.

Einsteins Pazifismus

Britzke sagte dazu: "Einstein konnte nicht in den Jubel einstimmen, der in Berlin herrschte, und obwohl 93 bekannte Professoren einen Aufruf unterschrieben, der Begeisterung für den Ersten Weltkrieg ausdrückte, zog sich Einstein beschämt zurück."

Schließlich verfasst er mit dem Arzt Georg Nikolai im November einen Gegenaufruf. Sein Aufruf verpufft. Nur vier Menschen unterschreiben. Einsteins Pazifismus und seine Verehrung für Mahatma Gandhi sind im Gegensatz zu seinen physikalischen Forschungen in Deutschland nicht gefragt. Seine Freunde aber, wie zum Beispiel Max Planck, verstehen Albert Einstein. Manchmal spielen sie abends gemeinsam Beethoven, Einstein an der Geige und Max Planck am Klavier.

Hitler-Deutschland aus der Ferne

Ende der 1920er-Jahre erreichen den Juden Albert Einstein immer häufiger Morddrohungen. Als die Zustimmung zu Hitler unter der Bevölkerung wächst, nimmt er eine Schallplatte auf. Sie heißt "Mein Glaubensbekenntnis". Es ist Herbst 1932 - die Weimarer Demokratie steht kurz vor ihrem Ende.

Einstein: "Ich achte stets das Individuum und hege eine unüberwindliche Abneigung gegen Gewalt und Vereinsmeierei. Aus allen diesen Motiven bin ich leidenschaftlicher Pazifist und Antimilitarist. Ich lehne jeden Nationalismus ab, auch wenn er sich nur als Patriotismus gebärt. Aus Stellung und Besitz entspringende Vorrechte sind mir immer ungerecht und verderblich erschienen, ebenso ein übertriebener Personenkult."

Im Januar 1933 kommt Hitler an die Macht. Einstein ist auf einer Vortragsreise im Ausland. Er kehrt nie wieder nach Deutschland zurück, lebt zunächst ein halbes Jahr in Belgien und zieht dann in die USA nach Princeton. Er beobachtet Hitler-Deutschland aus der Ferne und zweifelt an seinem Pazifismus. Schließlich schreibt Einstein an Präsident Roosevelt einen Brief, in dem er ihn zum Bau der Atombombe anregt.

"Kein Grab und kein Denkmal soll für mich errichtet werden"

Als die USA zu Kriegsende über Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben abwerfen, ist Einstein entsetzt. Er erkennt: Die Wissenschaft kann die Bombe bauen, aber nicht kontrollieren. Danach setzt sich Einstein immer wieder für Abrüstung ein. Der junge Staat Israel bietet ihm 1948 die Präsidentschaft an. Er lehnt ab.

Am 18. April 1955 stirbt Einstein im Hospital von Princeton. Seinen wissenschaftlichen Nachlass vererbt er der hebräischen Universität in Jerusalem. Und er verfügt: "Kein Grab und kein Denkmal soll für mich errichtet werden."


Autor: Ralf Geißler
   
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