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21.8.1959: Hawaii wird 50. US-Bundesstaat
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Aloha State - das ist Hawaii. Ein Inselarchipel mitten im Pazifik, von Vulkanen geschaffen. Etwa sieben Mio. Touristen kommen jedes Jahr hierher, und sehen möchten sie vor allem die Klischees: romantische Sonnenuntergänge, Palmen gesäumte Strände, türkisfarbenes Meer und natürlich anmutig tanzende Hula-Mädchen mit bunten Blumenketten, den sogenannten Leis. Was viele Touristen weniger interessiert, ist die Geschichte des Archipels, denn die passt weniger zu den sanften hawaiianischen Gesängen.

Polynesier und James Cook

Es ist die Zeit zwischen 600 und 750 nach Christus, die Ära der größten Seefahrer aller Zeiten, wie es heißt, der Polynesier. Von Südostasien aus, über Malaysia, Indonesien und die Philippinen wagen sie in Kanus aus ausgehöhlten Baumstämmen den Sprung in den Pazifik, ausgerüstet mit Kokosnüssen und Trockenfisch. Die Vögel und die Sterne zeigen ihnen den Weg. Die meisten von ihnen, eine halbe Million schätzt man, kommen dabei ums Leben. Diejenigen aber, die Hawaii erreichen, bleiben dort.

Er gilt als der Entdecker Hawaiis, der britische Seefahrer Captain James Cook. Im Januar 1778 landet er mit seinen Schiffen Discovery und Resolution vor der Insel Kauai und ist überrascht von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen. Ein Jahr später ankert er vor der größten Insel - im Westen von Big Island.

Der Empfang ist gigantisch. Ihm zu Ehren werden große Feiern veranstaltet, mit erlesenen Speisen und kostbaren Geschenken, denn Cook landet an einem heiligen Ort, ausgerechnet als die Hawaiianer die größte religiöse Zeremonie zu Ehren des Gottes Lono abhalten. Und so halten sie Cook für den zurückgekehrten Lono. Als aber ein Sturm die Schiffe stark beschädigt, werden die Eingeborenen skeptisch. So etwas kann keinem Gott passieren. Es kommt zum Streit, dabei werden Cook und vier Besatzungsmitglieder ermordet.

Der Einfluss der weißen Zuwanderer

Nach Captain James Cook folgen Walfänger, puritanische Missionare aus Boston und König Kamehameha der Erste, der hawaiianische Napoleon. Nach zahlreichen Feldzügen beherrscht er alle Inseln und schafft es, sie in einem Königreich zu vereinen und eine Dynastie zu gründen. Diese Dynastie sollte fast ein Jahrhundert Bestand haben.

Mit der Zeit werden die weißen Zuwanderer immer einflussreicher: die Missionare, für die der Hula, also der hawaiianische Tanz, die Lieder und natürlich die freizügige Bekleidung Teufelswerk sind, das verboten werden muss.

Dann sind da noch die reichen Besitzer der Zuckerrohr- und Ananasplantagen. Aus Angst vor einem neuen hawaiianischen Selbstbewusstsein und aus Angst um ihre Privilegien, entschließen sie sich zum Putsch und verlangen nach Annektierung durch die USA. Doch der damalige US-amerikanische Präsident, der Demokrat Grover Cleveland, spielt nicht mit.

Vom Territorium zum Bundesstaat

1897 aber ziehen die Republikaner ins Weiße Haus ein, und nicht einmal sieben Monate nach seiner Amtsübernahme unterzeichnet der neue Präsident Wiliam McKinley eine Resolution, die aus Hawaii ein Territorium der USA macht. Die damalige hawaiianische Königin Liliuokalani dankt freiwillig ab. Am 12. August 1898 geht ein Jahrhundert hawaiianischer Souveränität zu Ende. 1901 eröffnet das erste Luxushotel in Waikiki auf der Insel Oahu. Ab 1930 beginnt dort der Massentourismus.

Im Juni 1959 stimmen bei einer Volksbefragung etwa 95 Prozent der Inselbewohner für die Aufnahme in die Vereinigten Staaten von Amerika. Und am 21. August 1959 ist es soweit: Präsident Eisenhower erklärt Hawaii zum 50. Bundesstaat der USA. Der US-amerikanische Aloha State ist geboren.



Autorin: Judith Hartl
   
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