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1.8.1976: Niki Lauda verunglückt
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"Ich hab meinen eigenen Unfall im Fernsehen gesehen, um überhaupt zu wissen, was eigentlich passiert ist. Da hab ich mir das angeschaut und gedacht: Da hat einer einen irrsinnigen Unfall, da haut es einen so richtig auf."

Die Bilder, die Niki Lauda später einmal beschrieb, stammten vom 1. August 1976 - dem Formel 1 Rennen auf dem Nürburgring. Schon Jahre zuvor hatten Experten über die Sicherheit der Rennstrecke diskutiert. An diesem Tag zeigte sich, dass die modernen Autos für den alten Ring zu schnell geworden waren. Nach dem Unfall dann, wurde der Nürburgring für Formel Eins-Rennen gesperrt und umgebaut.

Nikolaus Andreas Lauda liebte schon als Kind Autos über alles. Mit 15 Jahren hat er selber eines, mit 19 fuhr er sein erstes Rennen. Auf der Schulbank hielt es den Österreicher nicht lange, sein Abiturzeugnis fälschte er mit einem Freund, Lauda erzählte einmal: "Der hat aber so lange daran rumgefummelt, dass man von Weitem sehen konnte, dass da was nicht in Ordnung war. Aber nichts desto Trotz bin ich nach Haus marschiert, hab das kurz vorgezeigt: Das Abitur, habe es gleich wieder eingesteckt. Die Mutter hat mich geküsst, der Vater war glücklich."

Nürburgring, Nordschleife

Danach konnte sich Niki Lauda dem Rennsport widmen. Seine Karriere war steil. Mit 21 Jahren stieg er in die Formel 1 ein. Vier Jahre später war er zum ersten Mal Weltmeister. Auch die nächste Saison begann gut, wieder fuhr Lauda vorn. Am 1. August 1976 startete Lauda beim Rennen auf dem Nürburgring. In der oft als gefährlich kritisierten Nordschleife brach die Radaufhängung seines 500 PS Ferraris.

Sein Fahrerkollege Harald Ertel war am Unfall beteiligt, später sagte er: "Lauda hat sich gedreht, ich weiß nicht wie das passiert ist. Niki ist rechts in den Fangzaun, ist wieder zurück auf die Strecke, Bret Langer hat es nicht mehr vermeiden können, ist mit ihm zusammengestoßen. Da ist das Auto quer über die Fahrbahn zurück gerutscht, und ich bin in das stehende Auto wiederum auch reingerutscht Ich konnte auch nicht mehr stehen, worauf Nikis Auto zurück geschleudert wurde und Feuer gefangen hat."

40 lange Sekunden saß Niki Lauda bewusstlos in seinem brennenden Ferrari. Seinen Helm hatte er bei dem Aufprall verloren. Kollegen befreiten ihn schließlich aus dem Wrack. Sein Gesicht war schwer verbrannt und ein Teil des rechten Ohres fehlte ihm. Er hatte sich zahlreiche Knochen gebrochen und die Lunge verätzt. Niki Lauda kämpfte um sein Leben.

Wieder im Rennen

Später sagte Lauda: "Ich habe mich damals versucht, an den Ärzten zu orientieren, die neben mir dauernd geredet haben. Da einzige was ich tun konnte, immer zu hören, was die sagen, um irgendwie geistig auf Trab zu bleiben, um da also nicht jetzt einzuschlafen."

Nur 42 Tage nach seinem schweren Unfall fuhr Lauda beim Großen Preis von Italien auf den vierten Platz. Er war wieder im Rennen. Doch die Nerven spielten zunächst nicht mit, manchmal fuhr Lauda vorzeitig in die Box: "Man kann nach einem solchen Unfall sicherlich sich nicht wieder hineinsetzen, alles vergessen und glauben, dass das nie passiert ist. Ich glaube, man muss dann wieder Vertrauen in seine eigene Leistung finden. Die Angst überwinden, die Angst überwinden kann man nur mit Vertrauen. Es hat sicher ein halbes Jahr gedauert nach dem Unfall, bis ich wieder genauso gefahren bin wie vorher."

In der Gesamtwertung wurde Niki Lauda Zweiter in jener Formel 1 Saison. Ein Jahr später stand er dann wieder ganz oben, 1977 wurde er zum zweiten Mal Weltmeister. Niki Lauda war wieder der alte, er sagte später: "Die einzige Motivation, die ich immer in der Formel 1 gesehen habe, ist einfach die Sensation, mit diesen Autos zu fahren. Sie zu entwickeln, schnell zu fahren. So lange diese Freude an der Sache vorhanden ist, werde ich weiterfahren. Wenn diese nicht mehr da ist, wird mir das Risiko zu groß, dann werde ich aufhören."

Große Siege

1979 zog sich Niki Lauda aus der Formel Eins zurück. Er wollte sich nun seiner eigenen Airline widmen. Doch noch immer faszinierte ihn der Rennsport, und so kehrte er 1982 noch einmal in die Formel 1 zurück. Zwei Jahre später fuhr Lauda wieder allen davon - sein dritter Weltmeistertitel.

Sein größter Sieg war es, die Formel 1 überlebt zu haben, sagt Niki Lauda später. Den Unfall vom 1. August 1976 hat er verarbeitet. Große Narben entstellen sein Gesicht. Als Schutz trägt er eine Rote Mütze, an die er sich längst gewöhnt hat und die zu seinem Markenzeichen geworden ist.


Autor: Gábor Halász
   
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