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9.4.1955: Filmpremiere von "Jenseits von Eden"
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"Als wir von seinem Tod erfahren haben, das war furchtbar, ich zum Beispiel bin eine ganze Woche in Schwarz herumgelaufen, ich konnte mich an dem Tag und am nächsten Tag überhaupt nicht mehr beruhigen, ich habe nur geweint." 14 Jahre war Anne Beyer alt, als Jimmy starb.

Er war mit seinem Porsche in den Tod gerast, nur fünf Monate, nachdem sein erster Film, "Jenseits von Eden", in die Kinos gekommen war. Doch dieser eine Film hatte ausgereicht, um aus James Dean einen Star zu machen. Ein Idol, das Millionen Teenager anhimmelten - weil er einer von ihnen war: der unverstandene Sohn, der zwar einerseits gegen die Normen der Gesellschaft seiner Eltern rebellierte - aber doch von ihnen geliebt werden wollte.

"In dem Alter als die Filme herauskamen, da hat man sich total damit identifiziert und genauso traurig gefühlt wie er, dass man dachte, man hat den Eltern Freude gemacht, und ist trotzdem nicht so anerkannt worden, wie man das gedacht hat. Vielleicht war deswegen auch die Schwärmerei so groß, weil man jemanden hatte, der einen verstand (...) sozusagen, wenn man ihn auch nicht selber kannte, aber man dachte eben, guck mal, dir geht's nicht alleine so," sagte Anne Beyer im Rückblick.

Wie eben in "Jenseits von Eden", wo James Dean als Cal um die Liebe seines Vaters kämpft, der doch immer nur seinen Bruder Aaron vorzieht. Cal: "Ich weiß, eines Tages wird er schon erkennen, wer sein richtiger Sohn ist."

"Jenseits von Eden"

Der Film spielt im Kalifornien des Jahres 1917, es ist Krieg in Europa. Als der Vater durch unglückliche Umstände mit seinem Geschäft viel Geld verliert, leiht sich Cal Geld von der Mutter. Die hat die Familie schon früh verlassen und betreibt ein Bordell - doch nur Cal weiß davon. Er investiert das Geld in den Anbau von Bohnen.

Zum Geburtstag des Vaters verkündet Aaron seine Verlobung mit Abra. Cal schenkt dem Vater das Geld, das er mit den Bohnen verdient hat - doch der wird zornig und wirft dem Sohn vor, vom Krieg profitiert zu haben.

Vater: "Ich will das schmutzige Geld nicht, ich rühre es nicht an. Ich danke dir für die gute Absicht."
Cal: "Gut, dann heb' ich es für Dich auf, Vater. Vielleicht..."
Vater: "Nein, ich will es nicht haben. Mein Junge, sieh mal wie glücklich hättest du mich gemacht, wenn du mir etwas geschenkt hättest wie dein Bruder, etwas anständiges, menschlich wertvolles, etwas gutes. Sei nicht gekränkt, Junge. Wenn du mir was schenken willst: Werde ein guter Mensch, das wäre das schönste Geschenk für mich."

Cal ist verzweifelt. Aus Rache erzählt er seinem Vater und seinem Bruder Aaron, was die Mutter für ein "Geschäft" betreibt.

Vater: "Was weißt du von deiner Mutter?"
Cal: "Ich weiß, wo sie ist und was sie ist. Ich weiß auch, warum sie Dir weggelaufen ist. Sie hat's nicht mehr ausgehalten bei dir, weil du sie genauso wenig geliebt hast wie mich. Weil du so gut und anständig bist. Nie bist du für sie oder für mich auch nur einen Strich breit von deinem Tugendpfad abgegangen. Du hast uns immer nur verziehen, aber nie wirklich geliebt."

Die Folgen von Cals Enthüllung: Aaron, der den Krieg eigentlich verabscheut, meldet sich zum Militär und muss an die Front, der Vater bekommt einen Schlaganfall. Am Krankenbett bittet ihn Abra, die nicht Aaron sondern Cal liebt, seinem Sohn seine Liebe zu zeigen.

Abra: "Mr. Trask, bitte, seien Sie mir nicht böse, dass ich Ihnen das sage, aber es ist furchtbar, nicht geliebt zu werden, es ist das schlimmste für einen Menschen. Glauben Sie mir Mr. Trask, ich weiß es. Ohne Liebe wird man verstockt und gemein, und so ist es mit Cal immer gewesen, sein Leben lang. Das lag bestimmt nicht in ihrer Absicht, aber es ist so. Liebe haben Sie ihm nie gegeben, auch seine nicht gewollt. Ich weiß, er hat etwas schreckliches getan, und ich verlange auch nicht, dass Sie ihm verzeihen, aber Sie müssen ihm zeigen, dass Sie ihn lieben."

Und am Ende vergibt der Vater seinem Sohn.

Unsterblicher Dean

Für seine Fans hat James Dean die Rolle nicht gespielt - er war so wie Cal - und deswegen liebten sie ihn. Wie das wahre Leben von James Dean aussah, wussten damals nur wenige. Kollegen und Freunde beschrieben ihn als liebenswert, brillant und mit der Fähigkeit, ein großer Schauspieler zu werden. Aber auch als aufbrausend, voller Neurosen, Selbstzweifel und Angst.

"Lebe schnell, stirb jung", so heißt es, sei sein Motto gewesen: Er lernte Boxen, Fechten, Tanzen, Singen, Tennis spielen und ließ sich im Stierkampf ausbilden, nahm Klavier- und Gitarrenunterricht, las, studierte - und fuhr Autorennen. Und er musste ein Doppelleben führen: Liebschaften mit Schauspielerinnen wurden ihm nachgesagt, doch tatsächlich suchte er oft auch die Nähe zu Männern.

James Dean drehte noch zwei weitere Filme, "Denn sie wissen nicht, was sie tun" und "Giganten" - und wurde damit endgültig zum rebellischen Idol von Millionen Jugendlichen, zum "Halbstarken" - von der Filmindustrie profitabel vermarktet. Es gab James-Dean-Büsten, -Poster und -Postkarten, es gab Teile seines Unglücks-Porsches zu kaufen. Tausende pilgerten zu seinem Grab. Der frühe Tod mit 24 Jahren hat ihn unsterblich gemacht.



Autorin: Christina Bergmann
   
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