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6.4.1896: Erste Olympische Spiele der Neuzeit
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"Von den Völkern zu verlangen, sich gegenseitig zu lieben, ist nichts anderes als eine Kinderei. Von ihnen zu verlangen, sich zu achten, ist keineswegs eine Utopie. Aber um sich zu achten, muss man sich erst einmal kennen lernen. Das ist das echte Fundament des wahren Friedens," soweit Baron Charles Freddie Pierre de Coubertin, der als der geistige Vater der modernen olympischen Bewegung gilt.

Die Idee, den Sport als Instrument des Friedens zu nutzen, angelehnt an die antiken Wettkämpfe der Griechen in Olympia, setzte Coubertin 1894 in die Tat um. Für Mitte Juni lud er zu einem internationalen Kongress über Leibeserziehung in die Aula der ehrwürdigen Pariser Sorbonne. Hierbei sollte es ursprünglich um die Lösung der Amateurfrage gehen.

Kurz vor der Tagung änderte Coubertin den Titel in "Kongress für die Wiederaufnahme der Olympischen Spiele". Am 23. Juni beschlossen die Teilnehmer auf der Schlusssitzung, das "Komitee für die Olympischen Spiele" zu gründen, das sich dann später "Internationales Olympisches Komitee" nannte.

Schnellstart

Die Olympischen Spiele sollten entsprechend den Bedingungen der modernen Zeit wiedererstehen. Außer im Fechten sollten nur Amateure zugelassen werden. Folgende Sportarten sollten nach Möglichkeit bei Olympischen Spielen ausgetragen werden: Leichtathletik, verschiedene Ballspiele, Eislauf, Fechten, Boxen, Ringen, Pferdesport, Schießen, Turnen und Radsport. Außerdem sollte ein Mehrkampf unter der Bezeichnung "Fünfkampf" eingeführt werden.

Pierre de Coubertin wollte sich für die Realisierung seiner Idee ursprünglich Zeit lassen. Erst im Jahre 1900 sollten in Paris anlässlich der Weltausstellung die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen werden. Doch als der Grieche Demetrios Bikelas als erster Präsident des IOC Athen als Ort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit ins Gespräch brachte, war Griechenlands Kronprinz Konstantin so begeistert, dass er auf schnellste Durchführung drängte.

Die Spiele können beginnen

Am 6. April 1896 - Ostermontag - war es so weit. "Ich erkläre den Beginn der ersten Olympischen Spiele in Athen", verkündete Griechenlands König Georg I. pathetisch. In jeweils aktualisierter Fassung gilt diese Eröffnungsformulierung für das Staatsoberhaupt des Gastgeberlandes noch heute.

292 Athleten - Frauen waren nicht zugelassen - aus 13 Nationen kämpften in neun Sportarten aufgeteilt auf 43 Disziplinen, um den Erfolg. Der Sieger erhielt übrigens keine Gold-, sondern nur eine Silber-, der Zweitplatzierte eine Bronzemedaille. Schon der Dritte ging leer aus.

Damals belegten die US-Amerikaner mit elf Siegen Platz eins der inoffiziellen Nationenwertung. Deutschland kam auf Rang drei, stellte aber mit Carl Schuhmann den erfolgreichsten Sportler in Athen. Als Turner im Pferdsprung, am Barren und am Reck, aber auch als Schwergewichtsringer brachte es Schuhmann auf vier Olympiasiege.

Vieles hat sich in der bewegten Geschichte der Olympischen Spiele verändert. Geblieben sind jedoch zwei Dinge - die Finanzierungsprobleme sowie die Olympische Fanfare, mit der die Spiele eingeleitet werden.



Autor: Hanspeter Detmer
   
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