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13.10.1975: Mit Gimmick: Der YPS-Comic
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Fix und Foxi, Superman, Micky Maus und Donald Duck - die Konkurrenz ist groß auf dem deutschen Comic-Zeitschriftenmarkt der 1970er-Jahre. Rund 60 Titel buhlen um die Aufmerksamkeit der meist junger Leser. Dem Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr fehlt ein starker Titel, mit dem der Verlag auf diesem Markt mitmischen kann.

Otto Huber, damaliger stellvertretender Verlagsleiter bei der Verlagsgruppe München im Gruner+Jahr-Verlag und seine Kollegen erforschen die europäischen Zeitschriftenmärkte und suchen nach einer neuen Idee: "Da hat sich zufällig ergeben, dass wir mitbekommen haben, dass es in Frankreich eine Comiczeitschrift mit dem Titel "PIF" gibt. Das Besondere an dieser Zeitschrift war, neben den Comics, dass die ein Gadget dabei hatten. Das war also immer ein kleines Spielzeug, ein gagiger Artikel, und damit waren die sehr erfolgreich. Da haben wir gesagt, das können wir eigentlich auch. Damit können wir gegen die berühmten Comics von Fix und Foxi und Mickey Maus und Donald Duck angehen."

Mit Gimmik

Nach fünf erfolgreichen Testausgaben in Hessen kommt "Yps mit Gimmick" erstmals am 13. Oktober 1975 mit einer Startauflage von 360.000 Exemplaren und einem Heftpreis von damals 2,50 D-Mark an die in Kioske. Das in Deutschland neuartige Comicmagazin schlägt ein und beschert Gruner+Jahr prächtige Auflagen. Das Besondere sind die bis dahin einmaligen Spielzeug-Beigaben wie zum Beispiel eine Gasdruckrakete, die mehrteilige Detektivausrüstung, mexikanische Springbohnen, die Geld-Zauber-Maschine oder der Solarzeppelin. "Das ist kein Kinderspielzeug, sondern das war immer etwas, wo man Leute überraschen konnte, wo man Eindruck schinden konnte, wo man eine tolle Story erzählen konnte und was immer nah an der Welt der Erwachsenen war," erklärte Otto Huber.

Viele der Gimmicks aus über 1.200 Ausgaben, wie etwa die Uhrzeitkrebse, sind mittlerweile Kult. In Wasser gestreut, sollten bei guter Pflege aus winzigen Eiern kleine Gliederfüßer schlüpfen und heranwachsen, wie Otto Huber erläuterte: "Das haben wir ja dann ganz geschickt verkauft als die Zeitgenossen der Dinosaurier. Tatsächlich sind diese Krebse schon Jahrmillionen auf der Erde. In Wirklichkeit war das eigentlich ganz gewöhnliches Fischfutter, das wir tonnenweise eingekauft hatten. Aber wie auch immer, wir haben es so verkauft und eine tolle Geschichte dazu gemacht und das war ein riesiger Erfolg und wir haben das praktisch jedes Jahr wiederholt."

Der Gimmik zählt

Neben eigenproduzierten Comics, wie "Yinni und Yan" oder "Wangaroo das Dschungelkind", veröffentlicht Yps unterschiedlichste Comicserien europäischer Zeichner. Die Bildgeschichten der "Yps" stehen damit in der damals aufkommenden franko-belgisch geprägten Comictradition, wie Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, Literaturwissenschaftler an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main meinte: "Man kann schon sagen, dass hier in breitem Umfang französische Serien, die heute als Klassiker gelten, wie z.B. "Percy Pickwick", dort abgedruckt worden sind. "Yps" hat auch zeitweise etwa Asterix-Geschichten veröffentlicht, so dass hier schon ein bestimmter Einfluss erkennbar ist."

Doch auf den Flohmärkten und Comictauschbörsen des Landes interessieren die Comiceinflüsse aus Frankreich und Belgien wenig, wie Dr. Bernd Dolle-Weinkauff sagte: "Wenn man heute etwa unter Sammlern herumfragt: Die Hefte selbst sind relativ wenig wert. Nur, wenn das Spielzeug auch noch vorhanden ist, dann besitzen diese Hefte Wert und sind teilweise sogar sehr gefragt."

Schluss mit dem Gimmick-Spaß

Am 10. Oktober 2000 ist Schluss mit dem Gimmick-Spaß. Nur wenige Tage vor dem 25. Jubiläum, erscheint die vorerst letzte Ausgabe des Comicmagazins mit Gimmick. Auch ein erneuter Versuch durch den Ehapa-Verlag, "Yps" 2005 auf dem Markt erfolgreich zu positionieren, scheitert. Nach wenigen Monaten verschwindet "Yps" erneut aus den Regalen der Zeitungskioske und bleibt als verklärtes Stück kollektiver Kindheitserinnerung der westdeutschen Kindergeneration der 1970er- und 80er-Jahre zurück. Seit März 2013 erscheint die Zeitschrift alle drei Monate.



Autor: Marc Hoffmann
Redaktion: Stephanie A. Hiller
   
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