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28.8.1996: Scheidung von Charles und Diana
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Die Beziehung des britischen Thronfolgers mit der schönen, aber scheuen Kindergärtnerin ist von Anfang an Thema in der internationalen Boulevardpresse. Mitte der 1980er-Jahre jedoch, nur wenige Jahre nach der Traumhochzeit, überschlägt sich die Presse über das turbulente Eheleben von Prinz Charles und Prinzessin Diana.

Schlagzeile folgt auf Schlagzeile: Intime Telefonate von Prinz Charles und seiner Geliebten Camilla Parker Bowles werden wörtlich abgedruckt. Spekulationen über den Gesundheitszustand der Prinzessin von Wales werden laut: Diana soll an Essstörungen und Depressionen leiden.

Renate Daimler, Paartherapeutin und Autorin von: "Diana und Sisi. Zwei Frauen, ein Schicksal" meint dazu: "Sie war in irgendeiner Weise romantisch vielleicht verliebt, aber er war bereits gebunden. Er hatte eine Frau an seiner Seite, Camilla Parker Bowles, und hat eigentlich nur noch jemanden gesucht, der die Mutter seiner Kinder sein kann. Und wenn dieser Teil in einem System total fehlt, dann kommt irgendwann der Punkt, wo es nicht mehr erträglich ist und das war bei den beiden offensichtlich so."

Trennung

Prinzessin Diana lässt sich das Verhalten ihres Ehemanns nicht gefallen. Provokativ zahlt sie es ihm mit gleicher Münze zurück. Ihre Affären mit einem Reitlehrer und dem eigenen Leibwächter sorgen für Schlagzeilen. Ein Verhalten, dass Renate Daimler so erklärt: "Sie hat sich emanzipiert. Sie hat sich aus diesem Aschenputtel-ich-bin-dir-dankbar-dass du-mich-hervorhebst-Charles, herausgelöst und war dann eine sehr selbstständige Frau, der es nicht genug war, was sie hier in diesem Palast erleben konnte und erleben durfte."

1992 trennen Charles und Diana sich offiziell, bleiben aber weiterhin ein Ehepaar. Die Schlammschlacht beginnt nun erst wirklich. Während Charles öffentlich gesteht, Diana nie wirklich geliebt zu haben, zweifelt sie in einem Interview mit der BBC seine Fähigkeit zu regieren an.

Scheidung

Als Diana im Februar 1996 offiziell ihre Einwilligung in die Scheidung bekannt gibt, berichtet die britische Tageszeitung "The Independent": "Es wird angenommen, dass die Bekanntgabe der Prinzessin zumindest zum Teil beeinflusst ist, von dem Wunsch der Königin, die Scheidung des Paares nicht mehr länger hinauszuzögern. Die Königin erwartet die Entscheidung seit letztem Dezember, als sie dem Paar in einem Brief zur Scheidung geraten hatte."

Die Scheidung kostet Diana den Titel „Königliche Hoheit“. Dafür soll sie von Charles einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten haben, munkelt die Presse. Das Sorgerecht für die beiden Söhne William und Harry teilen sich beide Parteien. Nach der Scheidung distanziert sich Diana vom Königshaus immer mehr. Paartherapeutin Renate Daimler dazu: "Angenommen, es wäre geglückt. Angenommen, es wäre so geglückt, dass Diana als Mutter der Kinder, als Mutter der späteren Thronfolger geachtet geblieben wäre im Haus, in der Familie, und jeder hätte sich einen neuen Partner suchen können, dann wäre es doch gut gewesen. Und so ist es nie wirklich geglückt. Es gab diese Integration von Diana nicht wirklich."

Diana und Charles

Diana entwickelt sich nach der Scheidung zum absoluten Liebling der Presse. Auf Schritt und Tritt wird sie von Paparazzi und sensationslüsternen Reportern verfolgt. 1997 verunglückt Diana mit ihrem Lebensgefährten Dodi Al-Fayed bei einem Autounfall in Paris tödlich. Der Chauffeur rast beim Versuch die lästigen Fotografen abzuhängen, gegen einen Tunnelfeiler.

Im Frühjahr 2005 heiratet Prinz Charles seine Jugendliebe Camilla Parker Bowles, mit der bereits seit 35 Jahren eine Affäre hatte. "Mätressenhochzeit" titelt die deutsche Wochenzeitschrift "Stern" in Anlehnung an die Märchenhochzeit von Charles und Diana.


   
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