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5.8.1962: Marilyn Monroes Tod
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Eunice Murray, die Haushälterin von Marilyn Monroe, ist besorgt. Die ganze Nacht schon brennt das Licht in Marilyns Schlafzimmer. Auf Klopfen reagiert die Schauspielerin nicht. Murray alarmiert schließlich einen Arzt und die Polizei. Als sie um kurz vor fünf Uhr früh die Tür aufbrechen, finden sie Marilyn Monroe tot in ihrem Bett. Sie liegt nackt auf dem Bauch. Neben ihr stehen einige Tablettendosen und das Telefon.

Die Autopsie bestätigt den ersten Verdacht der Polizei: Marilyn Monroe ist an einer Überdosis Medikamenten gestorben. Der Gerichtsmediziner notiert in seinem Bericht: "Wahrscheinlich Selbstmord." Diese schwammige Formulierung beflügelt bald schon die wildesten Gerüchte über Monroes Tod.

Dr. Andreas Jacke, Autor des Buches: "Marilyn Monroe und die Psychoanalyse" meint dazu: "Der große Widerspruch liegt darin, dass wohl in ihrem Magen nicht genug Restbestände von Schlaftabletten gefunden worden sind und dass man deswegen die heikle These aufgestellt hat, dass da eventuell intravenös nachgeholfen worden ist. Und dass wäre sozusagen das Hauptargument für den Mord."

Verschwörungstheorien

Verschwörungstheoretiker bringen die Brüder Robert und John F. Kennedy als Auftraggeber des Mordes ins Spiel. Die Schauspielerin soll mit beiden Affären gehabt haben. Die Kennedys hätten schließlich die Mafia engagiert, um die lästige Ex-Geliebte zum Schweigen zu bringen. Beweise für diese These lassen sich nirgends finden. Die Indizien sprechen ebenso für einen Selbstmord wie für einen Unfall. Denn in Teilen widersprechen sich die Aussagen der Haushälterin, des Arztes sowie die Ermittlungen von Polizei und Journalisten.

Fest steht lediglich, dass die Schauspielerin vor ihrem Tod psychisch äußerst labil war. Dr. Andreas Jacke dazu: "Marilyn Monroe war in den letzten acht Jahren ihres Lebens in psychoanalytischer Behandlung aufgrund eines Mutter-Tochter-Konflikts, der in zunehmendem Alter, man muss den Alterszeitpunkt da sehen, mit 36 Jahren schwieriger geworden ist als vorher. Also sie hätte auch nicht mehr Ewigkeiten als Sexsymbol schauspielerisch Karriere machen können. Deswegen befand sie sich in einer relativen schwierigen Situation. In so einer Art Midlifecrisis."

Blondinen bevorzugt

Norma Jeane Baker, wie Marilyn Monroe bürgerlich heißt, wächst in verschiedenen Pflegefamilien auf. Ihre leibliche Mutter ist psychisch labil und kümmert sich wenig um ihre Tochter. Bekannt wird die von Natur aus Brünette Norma Jeane Ende der 1940er-Jahre zunächst als Fotomodell und Pin-up-Girl.

In den 1950er-Jahren gelingt ihr der Durchbruch in Hollywood: Mit Filmen wie "Blondinen bevorzugt" oder "Manche mögen’s heiß" spielt Marilyn Monroe sich in die Herzen des Publikums.

Billy Wilder, der Regisseur von "Mache mögen’s heiß", beschreibt die Schauspielerin mit den Worten: "Sie ist ängstlich und unsicher. Ich stellte fest, dass ich mir wünschte, Psychotherapeut zu sein und sie als Patientin zu haben. Es kann sein, dass ich ihr nicht hätte helfen können, aber sie würde auf einer Couch einfach hinreißend aussehen."

Tragisch-göttliche Ikone

Auf der Leinwand ist die Monroe eine strahlende Göttin, ihr Privatleben sieht aber anders aus: Zwar kokettiert sie mit ihrer Rolle als Sex-Symbol und schöpft sie in vollen Zügen aus. Doch sucht sie vor allem auch nach Liebe und Anerkennung. Dreimal heiratet Marilyn Monroe. Jede ihrer Ehen wird geschieden. Aufgrund ihres Alkohol- und Tablettenkonsums kommt es bei Dreharbeiten immer häufiger zu Schwierigkeiten.

Trotz Gedächtnislücken und Textpatzern stimmt das Ergebnis auf der Leinwand. Weltweit träumen Millionen Männer von Marilyn Monroe. Dr. Andreas Jacke meint dazu: "Marilyn Monroe stand für eine neue Art von Sexappeal, der mehr infantile Züge hatte, als die Frauen vorher. Der prototypisch ist für eine bestimmte Form von Erotik, der immer noch aktuell ist."

Marilyn Monroe ist eine Ikone des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben steht aber auch für einen Menschen, der am eigenen Ruhm und der öffentlichen Rolle verbrennt.


   
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