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18.7.1971: Vereinigte Arabische Emirate gegründet
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"Von der Gründung bis heute ist natürlich am allerwichtigsten zu sagen, dass überhaupt diese Föderation nicht auseinander gefallen ist, das war eigentlich gar nicht unbedingt gegeben, denn von Anfang an waren da sehr viele Skeptiker und auch Zyniker, die auch sich schon wunderten, dass das 1972 noch beieinander hielt," sagt Dr. Frauke Heard-Bey, die seit 1967 in den Emiraten lebt und die Entwicklung bis heute erlebt und wissenschaftlich aufgearbeitet hat.

Ende der 1960er-Jahre beschließt Großbritannien seine Schutzherrschaft über insgesamt neun arabische Emirate ab 1971 aufzugeben. Die Emirate Abu Dhabi, Umm al-Qaiwain, Fudschaira, Ra's al-Chaima, Schardscha, Dubai, Adschman, Bahrein und Katar beginnen daraufhin Verhandlungen mit dem Ziel, einen gemeinsamen Staat zu schaffen. Doch Bahrein und Katar gehen bald eigene Wege.

Unabhängigkeit

Und so führen die verbliebenen sieben Emirate, damals auch Trucial States genannt, die Verhandlungen weiter, die am 18. Juli 1971 ihren Abschluss finden. Dr. Frauke Heard-Bey erklärt: "Die sieben Rulers waren bereit zum Unterschreiben und das fand in Dubai statt und dann hat aber letzten Endes der Herrscher von Ra's al-Chaima beschlossen nicht zu unterschreiben, weil er meinte, dass Ra's al-Chaima nicht seinem politischen und historischen Gewicht entsprechend berücksichtigt worden war."

Am 2. Dezember 1971 entlässt Großbritannien die Trucial States als Vereinigte Arabische Emirate in die Unabhängigkeit, heute ist der 2. Dezember der gemeinsame Nationalfeiertag. Knapp ein Jahr später tritt auch Ra's al-Chaima als siebtes Emirat dem Bundesstaat bei. Es wird eine Erfolgsgeschichte.

Die fünf kleinen konservativen und unterentwickelten Scheichtümer überlassen sich der Führung des reichen Emirats Abu Dhabi. Doch auch das weltoffene und am Gewinn orientierte Dubai lebt gut mit der Föderation. Dr. Frauke Heard-Bey: "Von dem ersten Präsident Said bin Sultan, der dadurch, dass er das Geld von Abu-Dhabi der Föderation zur Verfügung stellte und damit die innere Stabilität aufbaute und der eben auch diese gute Außenpolitik angeleiert hat, indem die anderen arabischen Staaten gewonnen wurden auch durch Hilfsgelder, die Entwicklungshilfe hat sich nicht nur auf arabische Staaten beschränkt, sondern es wurde auch sehr viel Hilfe an andere Entwicklungsländer geschickt."

Dynamik und Reichtum

Heute sind die Vereinigten Arabischen Emirate ein dynamischer Wirtschaftsstandort auf höchstem Niveau. Sie besitzen knapp zehn Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Über Geld wird hier nicht gesprochen, es wird ausgegeben. Mit gigantischen Bauprojekten sorgen die Emiratis weltweit für Aufsehen. Die Bevölkerungszahl stieg von 180.000 Menschen im Jahr 1971 auf mittlerweile über vier Millionen. Olaf Fey vom Travel Service Dubai lebt und arbeitet in den VAE, er sagt: "Wir haben in den VAE 90 Prozent Ausländer, wenn alle verschwinden würden hätten wir hier eine Geisterstadt, das heißt die VAE leben mittlerweile auch von den Ausländern, um überhaupt eine Stadt in dieser Form gedeihen lassen zu können."

Mit dem Reichtum, den Arbeitsmigranten und den immer weiter steigenden Touristenzahlen, hat sich das Leben in den einst rückständigen Wüstenstaaten verändert. Die sieben Emire versuchen islamische Traditionen mit modernen Elementen zu vereinen. Dr. Frauke Heard-Bey sagt dazu: "Dem äußeren Anschein nach scheint es einem, wie einfach ein warmes westliches Land, natürlich merkt man auch irgendwann, dass es ein islamisches Land ist, wie zum Beispiel eben der Ruf zum Gebet, aber auf der anderen Seite ist es sehr liberal."

Zwischen westlicher und traditioneller Kultur

Für die überwiegend junge Bevölkerung der Emirate ist Wohlstand etwas Selbstverständliches und das Leben zwischen westlicher und traditioneller Kultur normal. Solange sich die Politik der herrschenden Stammesfamilien im gleichen Tempo weiterentwickelt wie die Bedürfnisse der Bevölkerung, ist die Zukunft des Landes gesichert.

Und für betuchte Touristen und Geschäftsleute sind die Vereinigten Arabischen Emirate ohnehin einer der attraktivsten Orte weltweit, meint auch Olaf Fey: "Die Emirate sind ein interessanter, reizvoller Fleck. Zum einen ist es die arabische Kultur, zum andern sind es diese Multikulturen, man trifft hier Leute aus über 150 Nationen tagtäglich auf der Strasse, wir haben zum anderen Sommer das ganze Jahr, wir haben den Beach hier, wir haben als Gegensatz dazu die Wüste hier und natürlich der gehobene Standard der Hotels und es ist einfach auch nur ein fünf bis sechs Stunden Flug aus Europa, um hier zu landen."


   
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