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8.6.1948: Rennsportlegende: Der Porsche 356
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"Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, den ich suchte, nicht finden, also beschloss ich, ihn mir selber zu bauen." Mit diesem Satz lässt sich Ferry Porsche in Zeitungen, Gazetten und Fachzeitschriften häufig und gern zitieren. Noch nicht einmal 30 ist er, als er das erfolgreiche Konstruktionsbüro seines Vaters Ferdinand Porsche übernimmt.

Bekannt geworden ist Porsche als "Vater des VW Käfer". Den hat Porsche allerdings nicht selbst produziert, sondern nur entworfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sitzt die Familie Porsche im österreichischen Gmünd. Dort entwickeln und reparieren sie landwirtschaftliche Maschinen.

Neue Zeit – Neue Ideen

Doch dem jungen Chef ist eines klar: Die neue Zeit erfordert neue Ideen. In einem Interview erinnerte sich Ferdinand, genannt Ferry, Porsche: "Ich hatte schon lange vorher, schon vor dem Krieg, die Idee, einen Sportwagen zu machen. Und deswegen habe ich diese Idee aufgegriffen und habe aus Volkswagenteilen den ersten Porsche gemacht. Zuerst einen offenen Zweisitzer und dann gleich ein Coupé."

Benannt wird das Auto nach seinem Konstrukteur: Porsche. Als der kleine Rennwagen mit der Fahrgestellnummer 356 – 001 im Juni 1948 zum ersten Mal die Werkstatt verlässt, warten jedoch keine Journalisten und Fotografen. Dieter Landenberger, Leiter des historischen Archivs der Porsche AG dazu: "Große Aufmerksamkeit hat der Wagen dann im August bekommen, als das Auto beim großen Preis der Schweiz in Bern vorgestellt wurde. Dort sind erste Journalisten mit dem Wagen gefahren, haben begeisterte Testberichte geschrieben und so ist der Name Porsche im Sportwagenbau ins Bewusstsein der Herrenfahrer gekommen."

Von Gmünd nach Stuttgart

Der Porsche 356 überzeugt nicht nur durch sein schnittiges Aussehen. Er beeindruckt auch durch seine Leistung. Der getunte Käfermotor mit nur rund 40 PS bringt es auf satte 135 km/h. Und dabei liegt der Wagen gut auf der Straße. Porsche entscheidet sich, die 50 ersten Porsche bauen zu lassen: per Hand.

Aus der Kleinserie wird schnell eine größere Produktion. Bald wird die Werkstatt im österreichischen Gmünd zu klein. Ferry Porsche sagte dazu: "Gekauft wurden diese Wagen in erster Linie von Schweizern, natürlich ein paar Österreicher waren auch dabei, Holland, Belgien, Schweden. Nachdem wir festgestellt haben, dass der Wagen sehr großen Anklang findet, haben wir uns natürlich wiederum auf die alte Heimat besonnen, nämlich nach Stuttgart zu gehen und in unserem eigenen Haus das Auto aufzubauen."

Auch in Deutschland findet sich bald ein erlesener Käuferkreis für den teuren Luxuswagen. Fast 20 Jahre lang fährt der Porsche 356 ganz vorn mit – bei Rennen und bei denen, die auch auf der Straße das Rennwagengefühl lieben. Erst im April 1965 endet die Baureihe. Der letzte Porsche 356, der vom Band läuft, ist Nummer 76. 302.




   
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