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14.5.1948: Israel erklärt Unabhängigkeit
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Es ist der 14. Mai 1948. Ben Gurion: “Wir verkünden hiermit Kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel - des Staates Israel.“

Die Idee zur Gründung eines israelischen Staates auf palästinensischem Boden geht auf die Zionisten zurück. Diese jüdische Bewegung entstand als Reaktion auf den Antisemitismus in Europa Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs findet der Plan der Zionisten einflussreiche Verbündete.

Das Gebiet Palästinas steht nach dem Ersten Weltkrieg unter britischer Verwaltung. Arthur Balfour der damalige Außenminister Großbritanniens, unterstützt die jüdischen Siedler bei ihrem Anliegen, einen eigenen Staat zu schaffen. Die Briten können die arabischen Staaten jedoch nicht überzeugen.

Der Weg zur Gründung eines jüdischen Staates

Erst der Holocaust an den europäischen Juden während des Nationalsozialismus sorgt dafür, dass die Unterstützung für die Zionisten weltweit wächst. Nach dem Zweiten Weltkrieg nehmen die Pläne für die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina konkrete Züge an.

Im November 1947 wird die Resolution 181 in der UN-Vollversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Darin sind auch die Grenzen der beiden geplanten Staaten festgelegt. In der UN-Resolution heißt es: “Zwei Monate nach Abschluss des Abzugs der Streitkräfte der Mandatsmacht, in jedem Fall spätestens am 1. Oktober 1948, entstehen in Palästina ein unabhängiger arabischer Staat und ein unabhängiger jüdischer Staat sowie das in Teil III dieses Plans vorgesehene internationale Sonderregime für die Stadt Jerusalem. Die Grenzen des arabischen Staates, des jüdischen Staates und der Stadt Jerusalem sind die in den Teilen II und III beschriebenen Grenzen.“

Unabhängigkeit - und Krieg

Zwei Drittel der Staaten in der UN-Vollversammlung stimmen für die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Nur Stunden nach der Unabhängigkeitserklärung erkennen die USA und die damalige Sowjetunion den neuen Staat diplomatisch an. Doch es bleibt keine Zeit für Feierlichkeiten.

Ägypten, Jordanien, der Libanon, der Irak und Syrien erklären Israel noch am selben Abend den Krieg. David Ben Gurion notiert in seinem Tagebuch: “Ich wurde zweimal in dieser Nacht geweckt. Um Eins sagte man mir, dass Truman den jüdischen Staat offiziell anerkannt habe. Um halb fünf wollten unsere Leute in Amerika, dass ich umgehend im Radio zu ihnen spreche. Ich ging ins Rundfunkstudio der Hagana, wo die Übertragung erst für Viertel nach fünf angesetzt war. Während der Rede wurde Tel Aviv aus der Luft angegriffen, offenbar in der Nähe des Flughafens. Ich beendete die Übertragung, nicht ohne Schwierigkeiten, mit der Ansage, dass Tel Aviv in diesem Moment bombardiert wird.“

Im Unabhängigkeitskrieg von 1947 bis 1949 kann Israel sein Land nicht nur verteidigen, sondern gewinnt auch noch ein Drittel seines Territoriums dazu. Mindestens 500.000 Palästinenser fliehen in dieser Zeit aus ihrer Heimat.

Umkämpfte neue Heimat

Die Waffenstillstände, die 1949 geschlossen werden, bedeuten nur ein vorläufiges Ende der Kämpfe. Trotz zahlreicher Friedensbemühungen werden die Waffen in den folgenden Jahrzehnten nie lange ruhen. Der neue Staat wird dennoch Anziehungspunkt für Juden aus aller Welt. Hunderttausende wandern in den folgenden Jahren nach Israel ein und finden hier eine neue Heimat.

   
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