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2.4.1891: Künstler Max Ernst geboren
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An die Malerei kommt Max Ernst durch seinen Vater, einen Taubstummenlehrer, der in seiner Freizeit malt. Den Entschluss selbst Maler zu werden, fällt Ernst nach einer Begegnung mit dem Expressionisten August Macke. 1914 zieht Ernst als Soldat in den Ersten Weltkrieg - und lernt rasch den Irrsinn des Krieges zu hassen. Während eines Fronturlaubs lernt er 1916 den Dadaismus kennen. Ernst ist vom Dadaismus so begeistert, dass er als stadtbekannter "Dadamax" ab 1918 die Kölner Bürger mit seiner Malerei provoziert.

Eher zufällig entdeckt er in dieser Zeit beim Blättern im Katalog einer Kölner Lehrmittelanstalt die Collagetechnik für sich. Beim allgemeinen Publikum stoßen Max Ernst und die Dadaisten auf derart großes Unverständnis, dass eine in Köln organisierte Dada-Ausstellung durch die Polizei geschlossen wird.

Um die Meinung des großen Publikums schert sich Max Ernst zeitlebens wenig. 1922 flieht er vor den deutschen Spießern nach Paris. Mit dem französischen Schriftsteller André Breton ruft Max Ernst die Surrealismus-Bewegung ins Leben. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen ist der Rheinländer Autodidakt und deshalb besonders experimentierfreudig und unkonventionell.

Die Kunst revolutioniert

Meist sind es alltägliche Gegenstände, von denen er sich inspirieren lässt, wie zum Beispiel ein Holzfußboden. Ernst entwickelt aus dieser Entdeckung die sogenannte Frottage-Technik. Die daraus entstehenden Strukturen nehmen Max Ernst die Angst vor der Leere einer weißen, noch unberührten Leinwand. Er selbst sagte einmal: "Ich hatte immer in meinem Leben einen gewissen Jungfräulichkeitskomplex vor weißen Leinwänden. Wenn ich mich vor eine weiße Leinwand hinsetzte, um darauf etwas anzufangen, etwas zu malen, so war es mir einfach nicht möglich, den ersten Klecks da hinauf zu bringen."

Mit seinen künstlerischen Techniken bringt Max Ernst die Auffassung des Künstlers als Schöpfer ins Wanken. Der moderne Maler kann nichts neu erschaffen. Er stellt lediglich die Wirklichkeit dar - und zwar so, wie er sie selbst sieht und erlebt. Auch Max Ernsts Bild- und Collagemotive revolutionieren die Kunst. Die Natur in all ihren Formen, Strukturen und Erscheinungen spielen auf seinen Bildern eine große Rolle.

Leitmotiv: Ein Vogel

Zum Leitmotiv von Max Ernst wird ein Vogel. Als Kind besitzt er selbst einen, einen rosaroten Kakadu-Papageien namens Hornebom. Er erzählte später: "Eines morgens fand ich diesen Papagei tot in seinem Käfig und gleichzeitig kam mein Vater und erzählte mir, dass eine kleine Schwester geboren war. Und damals war ich noch so verworren in meinem Gehirn, dass ich diese Dinge natürlich miteinander verband."

Aus diesem Schicksalsmoment entsteht "LopLop" - ein Mischwesen; halb Mensch, halb Vogel. Es findet unter anderem auf einem der berühmtesten Bilder von Max Ernst "Une semaine de bonte" wieder.

In den 1930er-Jahren widmet er seinem Phantasiewesen eine ganze Werkreihe. "LopLop" ist jedoch mehr als nur ein Bildmotiv für den deutschen Dadaisten und Surrealisten. "LopLop" wird sein Alter Ego, mit dem er auch zahlreiche Bilder signiert. Am 1. April 1976, einen Tag vor seinem 85. Geburtstag, stirbt Max Ernst in Paris.


   
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