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8.2.1937: Schauspieler Manfred Krug geboren
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Manfred Krug ist das, was man einen Volksschauspieler nennt: Er wird von seinem Publikum geliebt. Am 8. Februar 1937 wird er in Duisburg geboren. Als einer von wenigen schafft er es, in Ost- wie in Westdeutschland zum Star zu werden.

Seine unangepasste, ironisch-respektlose, manchmal großspurige Art kommt an – wohl gerade weil er fast immer sich selbst spielt. Er selbst sagte dazu einmal: "Das ist doch das Schöne, dass ich so viel Male mich selber spielen musste, weil die Regisseure gesagt haben: du hast eben diese großen fleischigen Hände, du hast eben diese großen fleischigen Füße, du hast eben diese auberginenfarbene Nase und diese dunkle Stimme, also spielst du auch, was dazu passt, und es ist für dich bequemer und es ist für die Zuschauer bequemer – machen wir’s doch so."

Steile Karriere

Seine Karriere beginnt Manfred Krug in der DDR. Im Alter von zwölf Jahren siedelt er mit seinem Vater, einem Eisenhütten-Ingenieur, nach Brandenburg über. Die Lehre zum Stahlschmelzer schließt Krug als jüngster Facharbeiter der Republik ab. Obwohl er die Arbeit im Stahlwerk mag, verfolgt er bald andere Pläne. Er holt das Abitur an der Abendschule nach und beginnt Schauspiel zu studieren.

Als er von der Staatlichen Hochschule wegen Disziplinlosigkeit gefeuert wird, engagiert ihn das renommierte Berliner Ensemble. Schnell entdecken die DDR-Filmstudios der DEFA sein Talent. Er spielt in mehreren Filmen mit, ehe er 1962 mit dem Film "Auf der Sonnenseite" den Durchbruch schafft. Von nun an führt seine Karriere steil nach oben. Auch als Sänger wird Krug in der DDR ein Star. Zum Teil schreibt er seine Lieder selbst.

Karriere-Ende

1976 endet Krugs Karriere in der DDR abrupt. Der regimekritische Liedermacher Wolf Biermann wird nach einem Konzert im Westen von der DDR-Führung ausgebürgert. Manfred Krug unterschreibt gemeinsam mit anderen Künstlern eine Protesterklärung. Sie fordern, Biermann die Wiedereinreise in die DDR zu erlauben. Die Partei- und Staatsführung will davon nichts wissen. Biermann muss im Westen bleiben und Manfred Krug erhält keine Arbeitsangebote mehr. Im April 1977 stellt er einen Ausreiseantrag und siedelt im Juni mit seiner Familie nach West-Berlin über.

Wenige Augenblicke nach seiner Ausreise wird er von einem Reporter befragt, Krugs Antwort: "Es hat mir eigentlich nicht so viel Tränen in die Augen getrieben die DDR zu verlassen, aber die DDR, die ich verlassen habe und bei der es mir schwer gefallen ist, sie zu verlassen, das waren die Leute, das Publikum, und ich glaube da gab’s eine ziemlich besondere Beziehung zwischen dem Publikum in der DDR und mir, ein paar persönliche Freunde, Verwandte, liebe Leute ... "

Er bricht das Interview ab und weint. Jahre später sagt er über diese Szene: " … da weine ich, ja, und ehe so ein wunderbarer baumstarker Mann, wie ich, mal weint, da muss schon was sein."

Neubeginn

Manfred Krug hat in der Bundesrepublik keine Probleme sich als Schauspieler zu etablieren. Bereits 1977 ist er in der Vorabendserie "Auf Achse“ als Fernfahrer Franz Meersdonk unterwegs. Wenig später ist er als "Manfred" in der "Sesamstraße" zu sehen.

Durch die von seinem Freund Jurek Becker geschriebene Serie "Liebling Kreuzberg" wird er ab 1985 zu "Deutschlands beliebtestem TV-Anwalt". Fast zeitgleich übernimmt er die Rolle des Tatort-Kommissars Paul Stöver, die er bis 2001 41 Mal spielt. Die legendären Gesangseinlagen mit seinem Freund und Kollegen Charles Brauer alias Peter Brockmöller verschaffen auch dem Sänger Manfred Krug wieder Gehör.

Neue Karriere

2001 verabschiedet sich Manfred Krug als Schauspieler von der Bühne. Schon fünf Jahre zuvor veröffentlicht er mit "Abgehauen" sein erstes Buch. Er ist nun Schriftsteller und Rentner, Krug dazu: "Rentner stimmt, Schriftsteller stimmt ein bisschen weniger, ich schreib ja nur manchmal aus Spaß."

Sein Publikum ist ihm treu geblieben, und er gewinnt mit seinen alten Platten und Filmen immer noch neue Fans hinzu.



   
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