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14.1.1941: "V"-Symbol für Victory
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Im Mai 1940 besetzen deutsche Truppen Belgien. Viele belgische Politiker flüchten nach London - unter ihnen auch Victor de Laveleye. Über die Auslandsdienste der BBC unterstützt De Laveleye den Widerstand in seinem Heimatland und ist besorgt, als er hört, dass viele Belgier die Buchstaben R.A.F. an Hauswände und auf Straßen malen - als Unterstützung für die britische Royal Air Force und deren belgische Piloten. Die drei Buchstaben zu zeichnen ist viel zu aufwändig und vor allem sehr gefährlich.

Ein einfaches "V"

De Laveleye schlägt in einer Radioansprache am 14. Januar 1941 daher ein vollkommen neues Symbol des Widerstands vor: ein einfaches "V". Dieses Symbol verbreitet sich schnell in ganz Europa und wird bald von der britischen Radiostation BBC aufgegriffen: ″This is Colonel Britton speaking: All over Europe the V-sign is seen by the Germans and it's beginning to play on their nervs.They see it chalked on the pavements, penciled on posters, scretched on the mud guard of german cars. Men salute each other with the V sign separating their fingers. / Hier spricht Colonel Britton: In ganz Europa sehen die Deutschen das V-Zeichen und es beginnt, ihnen auf die Nerven zu gehen. Sie sehen es mit Kreide auf Bürgersteige gemalt, auf Plakate gezeichnet, auf die Kotflügel deutscher Autos gekratzt. Männer grüßen sich, indem sie ihre Finger zum V-Zeichen spreizen."

Zeichen des Widerstands

Das "V" ist der Anfangsbuchstabe des englischen "Victory", des französischen "Victoire" und des flämischen "Vrijheid". Es wird zum Zeichen des Widerstands - sei es als Buchstabe auf Häuserwänden, sei es als Geste mit gespreiztem Zeige- und Mittelfinger, oder als Morsezeichen.

Die BBC stellt ab dem Sommer 1941 das Morsezeichen für V - drei mal kurz, einmal lang - ihren Festlands-Sendungen voran. Als Anfangstakte aus Beethovens 5. Sinfonie oder geschlagen auf einer Pauke, ist dies das Erkennungszeichen für alle, die dem gleichgeschalteten deutschen Rundfunk misstrauen. Der Erkennungsjingle hilft, die Frequenz der BBC auf der Skala zu finden.

Zeichen des Sieges über Krieg und Tyrannei

Auch Winston Churchill lässt sich von der BBC-Kampagne inspirieren. Das Victory-Zeichen als Handgeste ist in Großbritannien zwar schon seit dem Mittelalter bekannt. Doch erst als der britische Premierminister bei jeder Gelegenheit seine Finger in die Kameras hält, wird das Symbol im Vereinigten Königreich wirklich populär.

Aber auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verbreitet sich die Victory-Geste weiter: Begleitet von "Peace"-Rufen strecken vor allem die friedensbewegten Hippies der 1960er-Jahre ihre Finger von sich - als Zeichen für den Sieg über Krieg und Tyrannei.





   
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