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10.1.1917: Todestag von Buffalo Bill
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Was einen echten Cowboy ausmacht, weiß auch heutzutage noch jeder, selbst wenn er noch nie einem "echten" Cowboy begegnet ist. Dieses Bild vom Cowboy ist auf einen Mann zurückzuführen, der tatsächlich gelebt hat. Sein Name: William Frederick Cody, besser bekannt als Buffalo Bill.

Cody, ein ehemaliger Offizier, begründet seinen Ruf als Büffelheld in der Zeit nach dem amerikanischen Sezessionskrieg. Seine Aufgabe ist es, für die Arbeiter der "Transkontinentalen Eisenbahn" täglich an die zwölf Büffel zu erlegen, um ihre Ernährung zu sichern. In seiner Biografie rühmt sich Cody später, er habe es sogar auf 4.280 Büffel in nur 18 Monaten gebracht. Das sind erstaunliche 237 Abschüsse pro Tag - gerechnet auf eine Sieben-Tage-Woche. Den Spitznamen "Buffalo Bill" ließ sich Cody für diese Leistung gerne anheften.

Buffalo Bill in Romanform

Um 1870 herum lernt Cody dann den Journalisten und Schriftsteller Ned Buntline kennen. Buntline ist fasziniert von Codys Geschichten - Geschichten, die er zu Groschenromanen über Buffalo Bill verarbeitet. Der Kulturwissenschaftler Roland Düker, der sich in seiner Doktorarbeit mit Buffalo Bill beschäftigte, meint über diese Groschenromane: "Das sind sehr klischeehafte Geschichten, die sich mit der historischen Realität überhaupt nicht decken. Es gibt einen Helden: den weißen Mann, der sich als Büffeljäger oder als Kämpfer gegen die Indianer verdient macht. Es gibt den Cowboy, der die Wagenburg beschützt, die von Indianern angegriffen wird. Das sind ziemlich simple Muster, die sich aber immer wiederholen."

Buffalo Bill auf der Bühne

1872 entdeckt Buffalo Bill zwar seine Liebe zur Schauspielerei, die Kritik jedoch ist nicht begeistert. Ein Kritiker beurteilt Bills Auftritt in dem von Ned Buntline geschriebenen Stück "Scouts of the Prairie" damals mit den Worten: "Ein gut aussehender Bursche, groß und stark wie ein Baum, aber seine Schauspielkunst ist einfach lächerlich!"

Ned Buntline verschafft Cody auch Auftritte in Wild-West-Shows, mit denen sie durch die gesamten Vereinigten Staaten touren. Es sind diese Shows, die den Mythos und das Bild vom Wilden Westen bis heute prägen.

1883 gründet Cody seine eigene Wild-West-Show und wagt damit auch den Sprung über den Atlantik. Millionen verfolgen fasziniert seine Auftritte auf dem alten Kontinent. Der Rezensent der "Braunschweiger Stadtanzeigen" notiert zu der Show am 19. Juli 1890 in seiner Heimatstadt: "Das Schützenstückchen, vom galoppierenden Pferde aus drei gleichzeitig in die Luft geworfene Kugeln mit blitzschnell einander folgenden Schüssen zu zerschmettern, wird ihm kein Kunstschütze nachmachen."

Glücklose Figur

Als Geschäftsmann beweist Buffalo Bill dagegen wenig Geschick. Er steckt sein Geld in Bergbau und Filmgeschäfte - und verliert fast alles. Kurz vor seinem 72. Geburtstag stirbt Cody am 10. Januar 1917 in Denver. Von seinem einst stattlichen Vermögen ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel übrig. Doch die Figur des Buffalo Bill überlebt: Sie ist bis heute der Inbegriff des Cowboys aus der Zeit des "Wilden Westens".


   
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