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6.3.1934: Dreifacher Weltrekord für Hans Stuck
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Hans Stuck, deutscher Rennfahrer mit großen Erfolgen in den 1930er-Jahren, war in seinem Leben immer sehr schnell - und er liebte schnelle Autos. Der Sohn einer Industriellenfamilie aus dem Badischen wurde von seinen Rennfahrer-Kollegen respektvoll Bergkönig genannt, weil er vor allem auf gefährlichen Gebirgsstrecken kaum zu schlagen war.

Stuck ging immer auch ans Limit - nie war ihm ein Auto schnell genug. Aber die Geschwindigkeiten, die er mit ihnen erreichte, genügten für insgesamt 37 Weltrekorde. Gleich drei legendäre Bestmarken setzte er am 6. März 1934: In einem Auto-Union P-Rennwagen, konstruiert von Ferdinand Porsche, dem Vater des Volkswagens.

Damit fuhr Stuck auf der Rennstrecke AVUS in Berlin die 100 Meilen in 44:31 Minuten. Weltrekord. Auch die 200 Meilen absolvierte als bis dahin schnellster Mensch, schließlich verbesserte er den Stundenweltrekord auf über 217 km/h. Und immer wieder ging Stuck auf Rekordjagd, gab sich dem Geschwindigkeitsrausch hin.

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Stuck gilt mit über 500 Siegen als einer der größten Rennfahrer überhaupt. Höhepunkt war 1934 der Sieg beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Für seine Renn-Leidenschaft hat er aber auch schwer bezahlen müssen, mit zwei Schädelbrüchen, gebrochenen Oberschenkeln und Unterschenkeln und einem künstlichen Ellenbogengelenk.

Zart besaitet oder ängstlich war Hans Stück sicherlich nicht. Nur einmal, am 28. Januar 1938, schien ihm ein Rekordversuch zu riskant. Und so setzte sich eine andere deutsche Rennfahrer-Legende hinter das Lenkrad, Bernd Rosemeyer, Stuck sagte darüber später: "Das war dann der Schock mit Bernd Rosemeyer, der auf der Autobahn bei Darmstadt verunglückt ist. Vor allen Dingen, nachdem es damals hieß, ich sollte den Weltrekord fahren. Caracciola, der vorher auf Mercedes-Benz gefahren war, warnte: fahrt jetzt nicht, es ist zu windig, man kann den Wagen nicht auf der Straße halten. Dann fragte der Rennleiter Rosemeyer, ob er fahren wolle - der Stuck habe Angst. Und dann ist der Rosemeyer gefahren. Ich hatte Angst, deswegen lebe ich aber heute."

Der Bergkönig

Auch der Tod des Rennfahrer-Kollegen hielt Stuck nicht davon ab, einen weiteren Rekordversuch zu planen: "Dass ich den absoluten Weltrekord zu Lande und zu Wasser angreifen wollte, die damals beide von Major Campbell aus England gehalten wurden, das konnte natürlich nicht mit einem Wagen mit nur 700 PS, wie damals der Auto-Union hatte, gefahren werden, sondern dazu brauchten wir wesentlich mehr PS. Die Pläne wurden auch wieder von Professor Porsche in die Wege geleitet, und der Wagen wurde von Daimler-Benz gebaut. Die Fahrten sollten Ende 1939 stattfinden, leider brach dann gerade der Krieg aus, und das fiel also dann ins Wasser. Das war dann das Ende der Weltrekordfahrten in meinem Leben."

Hans Stuck, dessen Sohn Hans-Joachim ein populärer Formel-I-Rennfahrer war, fuhr noch lange Autorennen. Als 60-Jähriger wurde er auf dem Wallberg am Tegernsee sogar noch einmal Deutscher Bergmeister. Der Bergkönig starb im Februar 1978 im Alter von 77 Jahren.



Autor: Arnulf Boettcher
   
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