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18.2.1960: Gold für Ski-As Georg Thoma
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Niemand hat Georg Thoma aus Deutschland ernsthaft auf der Favoritenliste im olympischen Wettbewerb der Nordisch Kombinierten. Doch die Journalistenkollegen von damals wurden Augenzeugen eines packenden Wettkampfs: "Nach den ersten fünf Kilometern bei 14 Grad Kälte bei wunderbarem Schneeverhältnissen und ausgezeichneter Bahn, einer Bahn die sehr schnell war, lag Georg Thoma an sechster Stelle, das war schon eine Überraschung.

Niemand hatte geglaubt, dass er die ersten fünf Kilometer so schnell angehen würde. Als nach zehn Kilometern erneut die Zwischenzeiten bekannt wurden, hatte sich Georg Thoma schon auf den fünften Rang vorgearbeitet. Aber sein großer Rivale im Kampf um den Sieg in der Nordischen Kombination, Thormod Knudsen aus Norwegen, war noch schneller als er, wenn es auch nur drei Sekunden schneller waren als Georg Thoma.

Aber er war schneller, so dass Georg Thoma, der gute Zwischenzeiten zugerufen bekam unterwegs, sich darüber im klaren war, dass er nun buchstäblich wie um sein Leben laufen müsse, um doch noch die Goldmedaille in der Nordischen Kombination zu gewinnen. Und das gelang dem sympathischen kleinen kraftvollen Schwarzwälder auch, der auf der Schlussstrecke, auf den letzten fünf Kilometern, einen glänzenden Endspurt hinlegte, mit ungeheurer Kraft, unter Einsatz seiner letzten Reserven diese fünf Kilometer bewältigte und sich im Langlauf auf den vierten Rang nach vorn abreiten konnte."

Von Kindesbeinen an auf Skiern

Das war die Sensation der Olympischen Winterspiele, denn die Nordische Kombination galt als Domäne der Skandinavier. Vor allem die Norweger waren kaum zu bezwingen. Doch Georg Thoma tastete sich heran.

Von Kindesbeinen an stand er auf Skiern, aber erst mit 14 Jahren wurde es ernst. Der Zweikampf aus Langlauf und Skisprung faszinierte ihn, das Springen lag ihm besonders. Er machte schnell Fortschritte, wurde bester Nachwuchs-Kombinierer Deutschlands. Zwei Jahre vor Olympia erreichte er bei den Weltmeisterschaften den 16. Rang - der Knoten war geplatzt. Er schafft e den Sprung in die Olympiamannschaft:

Um für die Olympischen Winterspiele fit zu sein, hatte Thoma sein Lauftraining verschärft. Sein Job als Postzusteller kam ihm da gerade recht - in seinem Heimatbezirk Hinterzarten im Schwarzwald trug er Briefe und Päckchen aus. Im Winter fuhr er seine Tour auf Skiern ab. Bergauf, bergab in einem Umkreis von 30 Kilometern - das reichte ihm als tägliche Übungsstrecke.

Gold für Thoma

Bei den Olympischen Spielen in Squaw Valley wuchs er über sich hinaus: Georg Thoma war der erste Mitteleuropäer, der sich in der Nordischen Kombination gegen die Skandinavier durchsetzen kann.

Als die Punkte zusammengezählt waren nach langer, spannungsvoller Wartezeit, war klar: Georg Thoma hatte die goldene Medaille in der Nordischen Kombination gewonnen, eine –Sensation! Mit 4,9 Punkten Vorsprung blieb er vor Thormod Knudsen aus Norwegen, dem großen Favoriten, der nur die Silbermedaille erhielt.


Autorin: Ingun Arnold
   
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