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1.2.1952: Die neue Westfalenhalle in Dortmund
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Die Westfalenhalle, so wie sie heute in ihrem Mantel aus Glas und Stahl auf dem Messegelände in Dortmund steht, ist genau genommen eine Wiedergeburt. Bereits Mitte der 1920er-Jahre wurde die erste Westfalenhalle aus dem Dortmunder Boden gestampft. In einer Zeitung war damals zu lesen: "Inmitten eines Parks ein ungeheurer Bau von babylonischen Ausmaßen. Eine imposante Masse. Von Tausenden von Lichtern erleuchtet: Die Westfalenhalle!"

Imposant

Bis zu 15.000 Menschen fanden Platz in dem rechteckigen Bau mit lang gezogener Kuppel aus Holz und Glas, hauptsächlich eine Wettkampfstätte des Sports. Radrennen oder Boxwettkämpfe wurden hier ausgetragen.

Später wussten auch die Nationalsozialisten die imposante Halle für ihre Aufmärsche zu nutzen. Zehn Mio. Besucher sahen hier bis 1944 Sport-, Kultur- und Propagandaveranstaltungen. Nicht mitgezählt sind unzähligen Kriegsgefangenen, die in dem Gemäuer einquartiert wurden. 1944 dann das Ende, die Westfalenhalle wurde während eines alliierten Brandbombenangriffs in Schutt und Asche gelegt.

Wiederaufbau

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah man sich in der Stadt von Kohle, Eisen und Bier der Tradition verpflichtet und stellte alsbald Überlegungen an, die Halle wieder aufzubauen. Ein Wahrzeichen sollte geschaffen werden. 1949 erhielten die Architekten Höltjes und Ratzky den Auftrag, auf den Trümmern des alten Komplexes eine noch größere und noch schönere Halle zu bauen. Am 1. Februar 1952 war sie nach 15 Monaten Bauzeit dann fertig gestellt.

Die politische Prominenz gab sich am 2. Februar, also einen Tag nach Fertigstellung, ein Stelldichein vor 20.000 Premierengästen. Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss sagte: "Geehrte Anwesende, meine Damen und Herren. Es ist ein sehr liebenswürdiger Zufall, den sie feststellen werden, wenn nach mir Ministerpräsident Arnold gesprochen hat, dass die Westfalenhalle von drei Schwaben eröffnet wird." Der andere Schwabe, neben Heuss und Dortmunds Oberbürgermeister Henßler, war Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Arnold.

Nicht nur die Politiker ergingen sich im Überschwang, auch die Presse war von dem Oval begeistert. Die 120 Meter lange, 100 Meter breite und 30 Meter hohe Westfalenhalle mit ihrer auf Stahlträgern ruhenden Glaskuppel sei "der bisher größte Hallenbau in einer einmaligen Konstruktion kühnster technischer Gedanken als Gemeinschaftswerk Weltruf genießender Stahlkonstruktions- und Stahlbetonbaufirmen dem technischen Fortschritt verpflichtenden Geist unserer Stadt".

Wunderwerk der Technik

Die Halle war für damalige Verhältnisse ein Wunderwerk der Technik. Multifunktional: Radrennbahn oder Eisfläche waren binnen weniger Stunden einsetzbar. Ein doppelter Boden, der am oberen Rang eingezogen werden konnte, vergrößert die Ausstellungsfläche bei Messen.

Über eine Million Menschen besuchen jährlich die Westfalenhalle und den nach und nach gewachsenen Messekomplex im Süden Dortmunds. Die Gesellschafter der Westfalenhalle sind Ausrichter von jährlich 30 Messen und zahlreichen Kongressen und unzählige Shows und Konzerte haben unter der Glaskuppel stattgefunden.


Autor: Oliver Ramme
   
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