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19.1.1943: Janis Joplin geboren
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Gerade einmal 20 Jahre alt war Janis Joplin, als sie den Song "What Good Can Drinking Do" aufnahm: Dennoch sollten Alkohol und Drogen schon wenige Jahre später ihre nur kurze Karriere beenden.

Geboren am 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas, wuchs Joplin in einer behüteten Familie auf, aus der sie jedoch schon als junges Mädchen immer wieder ausbrach, um u. a. in New Orleans und in Kalifornien ein neues Lebensgefühl zu suchen.

Der Erfolg von Frauen in der Rockmusik der 1960er-Jahre war meist nur von kurzer Dauer. Eine der wenigen Ausnahmen ist Janis Joplin, die es mit ihrer ekstatisch-rauhen Stimme zu einem Dauererfolg brachte.

Durchbruch

Die Begegnung mit der schwarzen Folk- und Bluessängerin Odetta 1960 gab Janis Joplin den entscheidenden Impuls für ihr späteres berufliches Leben. In Bessie Smith fand sie ihr Idol. Zwar versuchte sich die knapp 20-Jährige als Studentin und jobbte nebenher als Kellnerin, Bibliotheksgehilfin und Schreibkraft, doch ihr Lebensstil wurde immer exzessiver: Alkohol- und Drogenkonsum nahmen zu.

1966 verließ Janis Joplin ihre Heimatstadt Port Arthur für immer und ging nach San Francisco. Dort hatte sie ihre ersten Auftritte mit der Gruppe "Big Brother & The Holding Company", mit der sie auch ihr Debütalbum einspielte. Ihren Durchbruch feierte die Sängerin dann 1967 vor 50.000 Besuchern beim Monterey Pop Festival, dem ersten großen Open Air Festival in der Geschichte der Rockmusik.

Im Sommer 1967 schrieb Janis an ihre Mutter: " (...) hoffentlich erinnerst Du Dich überhaupt noch an mich. Seit Monterey wollen uns drei große Plattenfirmen haben. Für viel Geld. Mit "Big Brother" läuft alles toll. Vielleicht werde ich eines Tages sogar ein Star."

Erfolg

Für kurze Zeit nahm Janis Joplin keine harten Drogen, vom Alkohol kam sie allerdings nicht los. Diese Phase war nicht von langer Dauer. Trotz ihres großen Erfolges - 1968 erschien ihre zweite LP "Cheap Thrills" - war die junge Musikerin von Komplexen geplagt, und in ihrem Privatleben gingen Liebesbeziehungen nicht über kurze Affären hinaus. Janis Joplin griff zu Heroin.

Erst mit ihrer neuen Gruppe, der "Fult Tilt Boogie Band", fand sie wieder Boden unter den Füßen. Ein Grund, vom Heroin zu lassen. Dafür trank sie entschieden mehr. Ihre Lieblingsmarke "Southern Comfort" wanderte sogar mit auf die Bühne.

Im Frühjahr 1969 kam Janis Joplin zum ersten Mal nach Europa. Der "Melody Maker" titelte: "Mütter sperrt eure Söhne ein, Janis kommt." Im darauf folgenden Jahr nahm sie mit "Pearls" ihre letzte Platte auf mit Klassikern wie "Mercedes Benz", "Move Over" und "Me and Bobbie McGhee", das für die Nachwelt die Identifikation mit Janis Joplin wurde.

Abschied

Doch noch bevor die Produktion abgeschlossen werden konnte, starb Janis Joplin in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1970 in ihrem Hotel an einer Überdosis Heroin. Trotz ihrer offensichtlichen Zufriedenheit hatte sie einen Rückfall erlitten, der sie das Leben kostete. In ihrem letzten Brief an ihre Eltern einen Monat zuvor hatte sie geschrieben: "Ich habe einen wirklich guten Mann in Rio kennen gelernt. Ich musste jedoch zurück zur Arbeit. Und er ist jetzt irgendwo in der Welt, in Afrika, in Marokko, glaube ich. Er war so gut zu mir, Mama. Er will zurückkommen und mich heiraten. Daddy, vielen Dank für die Bücher, die Du mir als Kind gegeben hast. Das bedeutet mir viel. Ich liebe Dich. Janis."


Autor: Michael Kleff
   
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